Mit dem Deutschlandticket zur High End München 2023

Deutschlandticket (Mein Erfahrungsbericht)

Zur High End 2023 nach München mit den Regiozügen der Deutschen Bahn

Datum: 20.05.2023

Für den Monat Mai habe ich mir das Deutschlandticket gegönnt und versuche es im Wonnemonat auch entsprechend häufig zu nutzen.

Letzte Woche ging es zum Fünf-Seidla-Steig, dieses Wochenende steht die Landeshauptstadt erstmals auf dem Programm.

Zur High End 2023 wollte ich ursprünglich schon am Freitagmorgen starten. Allerdings machten mir die Streikenden der MVG einen Strich durch die Rechnung. Der Streik war von Freitagmorgen (ab 3:30) bis Samstagmorgen (bis 3:30) angesetzt, München im Hinblick auf den ÖPNV quasi lahmgelegt. Damit kam der Freitag als Startbeginn für meinen Messebesuch nicht in Frage.

Der Monat Mai als Einführungsmonat für das durchaus begehrte Deutschlandticket ist somit leider auch geprägt von einigen Streiks der Gewerkschaften.

Infolgedessen fuhr ich am Samstagmorgen um 6:00 mit dem Auto zunächst nach Würzburg, parkte privilegiert bei der nahegelegenen Zahnklinik und stiefelte in aller Ruhe zum Würzburger Bahnhof.

Bizarre Szenerien erwarteten mich dort bereits am frühen Morgen.


Mit dem Deutschlandticket via Nürnberg, Ingolstadt nach München

Der RE 10 brachte mich ab 6:36 zunächst pünktlich zum Nürnberger Hauptbahnhof. Viel Platz hatte ich im Großraumwagen. Von Nürnberg aus ging es mit dem RE 1 um 8:06 weiter nach Ingolstadt. Die Dichte im Zug nahm langsam zu, das nervige Gequatsche auch.

Ingolstadt erreichten wir ebenfalls pünktlich um 8:52. Der Anschlusszug war für 9:06 geplant, sollte aber erst um 9:16 weiterfahren. Daher machte ich einen Abstecher in die Bahnhofshalle, um mir etwas zum Trinken und Essen zu holen.

Ein Glück, dass ich um 9.05 wieder auf dem Bahnsteig war, denn entgegen der Ankündigung, er führe 10 Minuten später, fuhr der Zug nun doch pünktlich ab.

Mit einem anderen RE 1, der nunmehr voll besetzt war, ging es, kurze Unterbrechungen inklusive, nach München. Geplante Ankunft wäre 9:53 gewesen, tatsächlich stand der Zug um 9:59 am Bahnsteig. Hier gibt es definitiv nichts zu meckern.

Am Bahnsteig traf ich Gerhard. Als „Senior“ war er 1. Klasse mit dem ICE nur wenig vor mir eingetroffen. Seine effektive Fahrzeit mit dem ICE von Würzburg nach München war aufgrund von Gleisarbeiten lediglich marginal kürzer. Mit dem Deutschlandticket kann man also, zumindest wenn es Störungen auf der Strecke gibt, einigermaßen mithalten.

Gemeinsam machten wir uns dann, die S-Bahn und die U2 nutzend, in Richtung MOC auf. Das ist dann eine andere Geschichte.

Daher: Schnitt!

Nach dem Besuch der High End 2023 traf ich noch meine liebe Tochter Julia und Freund Andy, die mich in das absolut empfehlenswerte Café Lozzi, in der Nähe der U-Bahn Station Sendlinger Tor, einluden.

Wir verbrachten, vor meiner Rückfahrt nach Würzburg, einige schöne Minuten in diesem sehr besonders eingerichteten Lokal. Das Nebenzimmer, in dem wir saßen, betritt man durch einen alten Holzschrank. Die hausgemachten Kuchen sind übrigens sehr empfehlenswert.


In München werden unter anderem der Hauptbahnhof und auch die U-Bahn-Station Sendlinger Tor umgebaut. Es herrscht dort derzeit Chaos und eine – zumindest für Fremde – unzureichende Ausschilderung.

Julia und Andy brachten mich glücklicherweise zur U-Bahn. Nur eine Station bis zum Hauptbahnhof sollte ich fahren.

Der Übergang zum eigentlichen Hauptbahnhof war jedoch nicht so eindeutig ausgeschildert, wie man sich das als einigermaßen Ortsunkundiger wünscht.

Irgendwo in der Bayerstraße erblickte ich wieder das Tageslicht und schlug mich querfeldein zum Nebeneingang des Bahnhofs an der Arnulfstraße durch.

Mit dem Deutschlandticket in überbesetzten Regiozügen zurück nach Würzburg

Um 19:05 sollte der RE 1 zunächst nach Nürnberg fahren. Das tat dieser Zug auch einigermaßen pünktlich. Doch mit dem Deutschlandticket war ich plötzlich in einem, zumindest mich, äußerst irritierenden „Umfeld“ gelandet. Ich fahre wohl zu wenig Bahn.

Der rappelvolle Bahnsteig verhieß schon nichts Gutes. Es war ein fürchterliches Gedränge und Geschubse. Gerade Mitbürger:innen anderer Nationen haben hier offensichtlich nochmals einen anderen Erfahrungsschatz und gelernt, wie man alleine möglichst viel Sitzplätze für die eigenen Familie erobert und zum Beispiel mit Einkaufstaschen markiert. Wir Deutsche markieren so, ich habe es selbst erlebt, Liegestühle, zum Beispiel auf Mallorca. So oder so, einfach bescheuert!

Dann kam auch noch die körperlich fitte Generation der Ü60-Radfahrer aus dem Raum Nürnberg dazu. Ihre sperrigen Drahtesel mussten ebenfalls in den Waggon.

Für mich war die Fahrt zum Nürnberger Hauptbahnhof ein Albtraum. Ich hätte laut aufschreien können, aber geholfen hätte es eben auch nicht.

Einigermaßen pünktlich gegen 20:55 kamen wir dort an.

Ich, besser wir, fuhren ab 21.05 mit dem RE 10 weiter nach Würzburg. Die Einstiegsszenerie ähnelte sehr stark der zuvor erlebten in München.

Ich wurde beim Entern des Zuges regelrecht nach links gedrängt und nahm dort Platz. Allerdings wunderte ich mich einige Zeit später, warum nur eine junge Dame mit mir in diesem Bereich saß.

Irgendwann sah ich die kleine auf der Glasscheibe aufgeklebte „1“.

Ich war versehentlich in der 1. Klasse gelandet und blieb einfach sitzen. In das vollbesetzte Großabteil wollte ich keinesfalls. Eher hätte ich die Fahrt vor der nahegelegenen Toilettentür stehend verbracht!

Um 22:17 – sogar 2 Minuten schneller als geplant – stand der Zug am Bahnsteig in Würzburg.

Bloß schnell raus hier und zurück zum Auto.

Apropos Fahrscheinkontrollen:
Wurde ich auf der Hinfahrt nach jedem Umsteigen kontrolliert, fand auf der Rückfahrt weder im ersten noch im zweiten Zug eine Kontrolle des Tickets statt.

Eine Woche Pause in Sachen Deutschlandticket

Am Bahnhofsvorplatz Würzburg – mittlerweile war es dunkel – wiederum eine bizarre Situation.

Obdachlose, krakeelende Jugendliche, Notärzte im Einsatz im Bereich der Wartebänke, auf denen sich einige es schon für die Nacht „gemütlich“ gemacht haben. Eine traurige Wirklichkeit, die nichts mit meiner vergleichsweise heilen Welt zu tun hat.

Ich laufe anschließend am Haugerring entlang und stolpere über diese verdammten Elektroroller, die an den unmöglichsten Orte abgelegt werden und mir am Morgen bereits aufgefallen waren.

Der Verleihservice nennt sich Zeus. Wie anmaßend! Räumt euren Mist gefälligst beiseite! Eure bekloppten Kunden können dies offensichtlich nicht.


Wie geht es weiter mit meinem Deutschlandticket?

„Daheim ist es am schönsten“. Stimmt!

Aber, um das aus voller Überzeugung sagen zu dürfen, muss man manchmal rausgehen. Dieser Samstag war so ein Tag!

Nächste Woche soll es zum Peter Gabriel Konzert nach München gehen, mit dem Deutschlandticket und meiner lieben Frau.

Ich werde davon berichten.


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