Budapest im Juli 1987

Kurzbericht mit Bildergalerie


Budapest


Städtereise.
Mit dem Auto nach Budapest und wieder zurück.
Zeitraum: Anfang Mitte Juli 1987.

Unser erster gemeinsamer Urlaub führt meine (spätere) Frau und mich im Juli 1987 nach Ungarn, genauer gesagt nur nach Budapest. Sie, schon berufstätig, ich gerade in der Finalphase meines Architekturstudiums. Im Herbst wird die Diplomarbeit auf mich zukommen. Also nochmal etwas Kultur tanken.

Viel Geld hatten wir zu diesem Zeiitpunkt wenig,  meine Frau verfügte allerdings über einen VW Golf, der uns in diesem und vielen darauffolgenden Urlauben treue Dienste leisten sollte.

Rund 900 Kilometer Fahrstrecke liegen zwischen Würzburg und Budapest. Wir machten Rast mit Übernachtung in Passau. Der Juli 1987 war ein ausgesprochen „heißer“ Juli, der Golf verfügte mitnichten schon über eine Klimaanlage.

In Budapest erschöpft angekommen mussten wir uns – ich meine es war an einem der schmucken Bahnhöfe – eine Unterkunft suchen, was allerdings kein Problem war. Das Zimmer war so bescheiden, wie der Preis. Ich meine mich zu erinnern, dass wir für 7 Übernachtungen insgesamt umgerechnet 70 bis 80 Deutsche Mark inklusive Frühstück (auf der Terrasse des kleinen Häuschens) bezahlen durften. Insofern profitierten wir von einem sehr, sehr annehmbaren Preis-/Leistungsverhältnis.

Tagsüber waren wir überwiegend fußläufig unterwegs, schauten uns prachtvolle Straßenzüge an, entdeckten aber auch sehr viel verfallende alte Bausubstanz. Oft konnte man noch Einschußlöcher oder Abplatzungen an den Fassaden aufgrund von Granat- und Bombensplittern erkennen.

Natürlich waren wir auf der Burg, genossen die Blickbeziehungen zwischen den an der Donau gelegenen Stadtteilen BUDA und PEST. Auch an Nachtaufnahmen ohne Stativ haben wir uns probiert.

Budapest bot eine sonderbare Atmosphäre. Zum einen noch recht fest in den Ostblock eingebunden, mit einem Fuß noch im Sozialismus, mit dem anderen Fuß mehr und mehr im Kapitalismus stehend. Devisen waren dem ungarischen Staat schließlich sehr willkommen. Und auch die amerikanische Coca Cola sowie die Pepsi-Cola, damals recht sichere Indikatoren für eine fortschreitende „Verwestlichung“ wurden vielerorts angeboten.

Budapest und Plattensee waren zu diesem Zeitpunkt die Orte, an denen west- und und ostdeutsche Bürger außerhalb der DDR aufeinandertreffen konnten, wenn sie es geschickt geplant hatten.

Autofahren in Budapest war auch nicht risikolos, da die Schlaglöcher insbesondere in den Nebenstraßen beachtliche Ausmaße annehmen konnten. Einen Plattfuß haben wir uns auf diesem Wege zugezogen. Meine Frau ist in solchen Situationen schon immer ruhig und besonnen geblieben, im Gegensatz zu mir, so dass die Urlaubsstimmung keinen Schaden nahm.

Einen Ausflug an den Balaton, den Plattensee, gönnten wir uns auch. Bilder kann ich leider nicht finden. Der Badesee ist mir als warme, trübe, sandige Brühe in Erinnerung geblieben, die keine rechte Erfrischung bei den damaligen hohen Außentemperaturen bot.

Auf dem Rückweg machten wir noch an einem, direkt an der Straße gelegenen, Verkaufsstand Halt, um ungarische Salami einzukaufen. Für die Verwandtschaft ein brauchbares, essbares und nicht verstaubendes Mitbringsel, und uns hat die „echt Ungarische“ in ihrer Würzigkeit auch gut geschmeckt..

Die nachfolgenden Bilder sind nicht mehr allesamt klar zuzuordnen. Gewisse Vorlieben in der Motivwahl sind allerdings schon erkennbar. Die Wartburgs und Trabanten hatten es mir angetan, wenngleich sie mir mit ihrem herben Charme aus diversen vorangegangenen DDR-Aufenthalten durchaus bekannt waren. Auch an stark reliefierten Fassaden- und Türdetails fand ich Gefallen.

Die Bilder sind zeitlich chronologisch geordnet, da die Original-Dias, aus denen sie hervorgegangen sind, damals ausnahmsweise fein säuberlich durchnummeriert wurden.

Die Galerie zeigt Bilder vom Burgpalast, der Fischerbastei, dem Parlamentsgebäude, der Matthiaskirche, der St. Stephans-Basilika, vom Heldenplatz, von den Ausgrabungen beim Aquincum Museum, vom Friedhof Kerepesi Temetó, von der Kettenbrücke und von dem einem oder anderen Bahnhof, auch vom Keleti Palyaudvar und vom Nyugati Palyaudvar (Architekt: Gustave Eiffel).

Über dreißig Jahre sind seit dieser Städtereise vergangen. Man könnte durchaus wieder einmal nach Budapest reisen. Mittlerweile gibt es dort auch reizvolle moderne Architektur. Doch die gerade laufende (Wieder-)wahl des rechtsnationalen Viktor Orban schmälert meine Lust auf die zweifellos sehr schöne Stadt an der Donau.

error: Content is protected !!