Hurtigruten 2022 – sicher unterwegs mit der Havila Capella

Reisebericht mit Bildergalerien


Die Hurtigruten mit der Havila Capella vom 01.04. bis 12.04.2022
Veranstalter: Berge & Meer

Endlich soll ein lang gehegter Urlaubstraum in Erfüllung gehen. Meine Frau und ich unternehmen mittlerweile den dritten Anlauf in Sachen Hurtigruten. Wir waren im März 2020 schon einmal ganz nahe dran, doch dann beherrschte plötzlich Covid-19 die Welt, der geplante Abreisetermin am 30.03.2020 wurde verständlicherweise seitens des Veranstalters Berge & Meer storniert. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt auch keinerlei Lust auf diese Wunschreise verspürt. Die Prioritäten hatten sich schlichtweg bei uns verschoben.


Inhaltsverzeichnis


Unsere Entscheidung für die Hurtigruten in Zeiten der Pandemie

Auch zwei Jahre später ist die Pandemie mitnichten vorbei, eine andere Normalität hat sich eingestellt, die deutlich stärker vom Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine geprägt ist.

In diesen bewegten Zeiten Urlaub zu machen, ist daher nicht unbedingt naheliegend. Die Initiative ging stärker von meiner Frau aus, die im Oktober 2021 die Buchung – wiederum bei Berge & Meer – übernahm. Nur kurz überlegend hielt ich damals inne, ging aber davon aus, dass ein halbes Jahr später zumindest die Pandemie deutlich rückläufig sein dürfte. Krieg in der Ukraine hatte ich zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht im Fokus.

Nun rückt unser Urlaub näher und ich weiß nicht so recht, ob ich mich darüber freuen soll. Zunächst heißt es negativ bleiben angesichts noch immer hoher Inzidenzzahlen, um überhaupt in den Urlaub starten zu können. Das klappt auch, nicht notwendige Kontakte werden eine gute Woche zuvor noch weiter reduziert. Am Arbeitsplatz ist dies natürlich nicht so ganz ohne weiteres möglich.

Aber, wir haben beide Glück und können starten.

Ein Urlaub auf der Havila Capella, einem noch sehr neuen Schiff auf der bekannten Postschiffroute, die von Bergen an der Westküste Norwegens vorbei bis Kirkenes an der russischen Grenze und von dort aus wieder zurück nach Bergen führt.

Wer sich über die Geschichte der Hurtigruten weiter informieren möchte, der kann hier nachlesen.

Übersichtplan der Route mit den angefahrenen Häfen

Trajet de l'Hurtigruten de

Sardon, Carlos-X, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Auf der Website von Havila Voyages kann man Details zu unserer Reise und dem Angebot an Ausflügen (Upgrades) in Erfahrung bringen.


Tag 1 – 01.04.2022 – Hurtigruten

Ankunft in Bergen und Boarding

Wieder einmal zeitig aufstehen. Für den bevorstehenden Urlaub lohnt es sich (hoffentlich), nochmals früher als sonst aus den Federn zu kommen. Kleines Frühstück, danach um 5:15 Fahrt zum Würzburger Hauptbahnhof.

Uschi lässt mich am Bahnhof aussteigen, ich bewache unser Gepäck in einer Bahnhofshalle, deren Abfallbehälter überquellen.

Um 5:55 soll unser Zug in Richtung Flughafen Frankfurt abfahren. Natürlich startet er mit etwas Verspätung. Was soll‘s, den Flughafen erreichen wir sitzend – ohne Platzkarten – rechtzeitig.

Kaum angekommen, empfangen wir beide mehrere E-Mail-Nachrichten zur Verlegung des Abflugterminals. Am Ende ist es Gate A 40. Ein ordentlicher Fußmarsch gehört zur körperlichen Ertüchtigung des etwas behäbig gewordenen Beamten eben dazu.

Der Start mit einem Airbus A 320 verzögert sich leicht. Nicht dramatisch, die Flugzeit wird aus dem Cockpit mit etwa 1:50 angegeben.

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Lufthansa – „We Care“


Wir erreichen Bergen – dem Vernehmen nach die regenreichste Stadt Europas – bei strahlend blauem Himmel. „Tja, wenn Engel reisen ……. „

Hurtigruten
Ankunft am Flughafen in Bergen

Unsere Reisegruppe formiert sich am Ausgang des Flughafens zum Parkplatz. Unser Busfahrer, der uns zum Hafen bringen soll, hält ein Schild hoch – BERGE & MEER. Ein Reiseleiter ist weit und breit nicht in Sicht.

Ein Passagier fehlt noch. Wir alle verstauen unser Gepäck im Gepäckraum selbständig. Draußen kann man endlich maskenfrei durchatmen. Maske in der Bahn, Maske am Flughafen, Maske im Flieger. Es strengt mich tatsächlich an und lässt mich kurz daran zweifeln, ob der von uns geplante Urlaub wirklich eine gute Idee war.

Nachdem wir als Gruppe endlich vollständig sind, werden wir zum Bergener Hafen gebracht. Am Abfahrtterminal von HAVILA werden wir mit unserem Gepäck wiederum allein gelassen. Keiner ist für uns zuständig.

Gegen 16:00, wir haben schon ungefähr zwei Stunden am und im Terminal regelrecht herumgelungert, können wir endlich unser Gepäck aufgeben. Meine Frau ist wiederum sehr fix und schlägt eine Besichtigung von Bergen vor. Besseres Wetter dürften wir zu dieser Jahreszeit kaum erwarten.

Es ist nicht unbedingt sehr warm. Die Norweger genießen die Sonne, sitzen draußen, und gönnen sich verschiedentlich ein Gläschen Bier.

Ich werde von Uschi geführt, die den Vorteil hat, schon einmal kurz hier gewesen zu sein. Unsere Tochter studierte ein Auslandssemester lang in Bergen.

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Hanseviertel Bryggen

Kurz vor 18:00 gehen auch wir an Bord und freuen uns darüber, dass wir tatsächlich eine geräumige Außenkabine, statt einer kleineren fensterlosen Innenkabine, bekommen haben.

Das kostenlose WLAN funktioniert soweit auch, solange man keine Streamingdienste nutzt oder höher aufgelöste Bilder versenden möchte. Für den Urlaub wird es aber ausreichend sein.

Das erste Abendessen ist ausgezeichnet. Wenn das Niveau gehalten wird, dürfen wir zumindest in dieser Hinsicht absolut zufrieden sein.

Um 20:30 soll das Schiff auslaufen. Der Start verzögert sich, wir genießen stattdessen einen traumhaften Sonnenuntergang. Gegen 21:30 legen wir lautlos ab. Das Schiff gleitet auf die offene See hinaus, wir gleiten in den verdienten Schlaf.

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Sonnenuntergang in Bergen am 01.04.2022

Tag 2 – 02.04.2022 – Hurtigruten

Florø – Måløy – Torvik – Ålesund – (Geiranger*/Hjørundfjorden* – Ålesund -) Molde

Auf 7:40 habe ich den Wecker gestellt. Um 8:30 wollen wir beim Frühstück sein. Auch hier kein Büffet, sondern Bestellung beim Bordpersonal. Passt so in Zeiten der Pandemie.

Der optionale Ausflug für einige Interessierte zum Weltkulturerbe Geirangerfjord (etwa 350 Euro/Person) muss witterungsbedingt ausfallen.

Die Jugendstil-Stadt Ålesund erreichen wir mit Verspätung. Nicht schlimm, denn der Aufenthalt soll bis 20:00 dauern. Wir sind vor dem Mittagessen in der Stadt unterwegs, mittags ein zweites Mal. Der Himmel klart etwas auf.

Uschi will über die mir unendlich lang erscheinende lange Treppe zum Berg Aksla mit den Aussichtspunkten Fjellstua und Kniven erklimmen. Ich zaudere und habe konditionell arg zu kämpfen. Wir einigen uns auf eine mittlere Höhe, sodass ein Blick über die Stadt möglich wird. (Später geht sie ohne mich bis zum Gipfel)

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Blick auf Ålesund

Danach marschieren wir nochmals in das Jugendstilviertel. Uschi geht bis zur Kirche weiter, die allerdings geschlossen hat, ich kehre bei Graupelschauern um zu unserem Postschiff. Es reicht mir. Ich verbringe den weiteren Nachmittag im Trocknen und freue mich schon auf das Abendessen. Reisen mit dem Schiff ist schon ganz schön bequem.

Wir waren noch nie zuvor auf Kreuzfahrt, lehnten dies bisher eher ab. Aber das Postschiff von Havila mit geschätzten 200 Gästen, im Moment längst nicht ausgebucht, zeigt uns die Vorteile dieses Reisens. Vollpension an Bord, kein Kofferschleppen während des Urlaubs und herrliche Perspektiven auf die Westküste Norwegens, wie man sie eben nur vom Schiff aus haben kann.

Dann auch die Möglichkeit, auf dem Schiff die Seiten zu wechseln, um die wilde Natur Norwegens sowohl Backbord als auch Steuerbord zu genießen. Man kann sich dabei ins Freie wagen oder hinter großen Panoramascheiben im Warmen die Natur bewundern.

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Auf Deck 9

Tag 3 – 03.04.2022 – Hurtigruten

Kristiansund – Trondheim – Rørvik

Nach unserem Frühstück um 8:15 geht es zu Fuß um 9:45 in die Innenstadt von Trondheim. Schneeregen mindert die Aufenthaltsqualität, doch wir laufen tapfer in die Innenstadt. Uschi ist wie immer gut vorbereitet und hat die wesentlichen touristischen Ziele zusammengestellt. Als da wären der Nidarosdom, die Holzbrücke Gamle Bybroen und die Speicherhäuser an der Nidelva.

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Speicherhäuser an der Nidelva

Wir dürfen sogar im Rahmen eines Gottesdienstes den wunderbaren Dom betreten, nehmen kurz Platz. Das Vaterunser erkennt man auch auf Norwegisch. Zwei kurze Taufzeremonien erleben wir mit, bevor wir in Richtung Brücke weiterlaufen. Um 12:45 müssen wir wieder an Bord sein. Die Zeit ist knapp, aber am Ende doch ausreichend.

Den Nachmittag verbringen wir an Bord. Wir fahren in Richtung Rørvik weiter. Langeweile habe ich nicht. Die ersten Bilder werden bearbeitet. Ich fange mit Schneeräumen an. Trondheim habe ich konsequent mit dem iPhone fotografiert. Natürlich sieht man immer wieder auch Schneeflocken. Mich stört es so arg, dass ich diese natürlichen „Bildstörungen“ in Maßen auf den Bildern beseitige.

Um 19:15 dann Abendessen bei mächtigem Seegang. Ich lasse mir den Appetit nicht verderben und haue ganz ordentlich rein. Bis 21:00 bleiben wir im Bordrestaurant. Wir sind somit die letzten, die noch Sitzfleisch haben. Liegt sicherlich auch an dem Gespräch mit unseren neuen Tischnachbarn.


Tag 4 – 04.04.2022 – Hurtigruten

Brønnøysund – Sandnessjøen – Nesna – Ørnes Bodø – Stamsund – Svolvær

An die schönen Dinge des Lebens kann man sich ganz schnell gewöhnen. Uns erwartet nach dem Frühstück ein strahlendblauer Himmel und eine faszinierende Landschaft, die uns bereits beim Frühstück mit gleichzeitigem Blick aus den Panoramafenstern des Restaurants ungeduldig werden lassen. Draußen ist es äußerst frisch.

Um 7:30 hatten wir uns bereits im Nebel auf dem Oberdeck eingefunden. Die Überfahrung des nördlichen Polarkreises war für diesen Zeitpunkt angekündigt. Eine kleine Weltkugel kennzeichnet diesen Ort. War vorher noch Backbord durchgesagt worden, wechselte der Kapitän dann doch spontan zu Steuerbord. Eine mäßig scharfe Aufnahme ist dennoch möglich.

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Das Überschreiten des nördlichen Polarkreises

Das Wetter bleibt vorzüglich, die Temperaturen im Schatten oder am Bug des Schiffes erfrischend. Die Norweger sprechen ohnehin von einer Expedition, wir Urlauber:innen sind somit alle Expeditionsteilnehmer:innen.

Am frühen Nachmittag erreichen wir Bodø. Das reichhaltige Mittagessen haben wir bereits genossen, bevor wir den Landgang wagen. Kurzum, diese Stadt ist keine Perle. Sie wurde im 2. Weltkrieg nahezu total zerstört. Uschi hat einige Sehenswürdigkeiten herausgegriffen. Dazu gehört die Domkirche, das Rathaus samt Erweiterungsbau und die Neue Bibliothek am Wasser in unmittelbarer Nachbarschaft zur Neuen Konzerthalle. Vom Innenraum her ist die Bibliothek sehenswert, auch die Nähe zum Wasser ist reizvoll. Bodø als eine der drei ausgewählten Kulturhauptstädte Europas im Jahre 2024 hat noch einige Arbeit vor sich. Ein stimmiges, attraktives und einigermaßen geschlossenes Stadtbild zu schaffen, ist meines Erachtens eine echte Herausforderung.

Danach schlendern wir am Wasser entlang. Ich schlage noch den Besuch des Rathausanbaues vor. Hier überrascht der spektakuläre Innenraum mit seiner Kunst am Bau – Stühle und Tische an der Wand montiert, so dass oben und unten verwischen.

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Der Rathausanbau in Bodø

Auf dem Schiff kommen wir rechtzeitig an. Allerdings muss unserem „Postschiff“ noch Treibstoff in Form von Gas zugeführt werden. Erst kurz nach 16:00 beginnt die Weiterfahrt.

Wir nähern uns nun den Lofoten.

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Die Lofoten(wand)

Das Abendessen haben wir etwas vorverlegt, sodass wir diese imposante Bergkulisse im Abendlicht bei untergehender Sonne genießen können.

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Abendstimmung in Stamsund (Lofoten)

Das Schiff legt einen Halt bei Stamsund, im Dunkeln dann bei Svolvær, der selbsternannten Hauptstadt (ca. 4.700 EW) der Lofoten, ein. Hier machen wir einen kurzen Landgang. Mir persönlich ist es zu glatt und kalt. Gehe wieder an Bord.

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Svolvær (Lofoten) am Abend

Nordlichter möchte man heute Abend dem Publikum bieten. Ich ahne schon, dass es nichts wird und gehe in die Kabine zurück. Uschi hält länger durch. Allerdings hat sich das Warten nicht gelohnt. Egal, schön ist es hier dennoch.

Die spektakuläre Fahrt durch den Raftsund und den schmalen Trollfjord erleben wir allerdings bei Nacht. Ich gar nicht, denn ich habe mich schon hingelegt. Müde von all den wunderbaren Eindrücken des heutigen Tages.


Tag 5 – 05.04.2022 – Hurtigruten

Stokmarknes – Sortland – Risøyhamn – HarstadFinnsnes – Tromsø – Skjervøy

Wir stehen gegen 7:30 auf, frühstücken – man muss schon sagen, wie immer – üppig. Dann genießen wir eine Filmdokumentation über das Phänomen der Nordlichter.

Das Wetter zeigt sich abermals von seiner besten Seite, aber der Himmel zieht sich allerdings ab 10:00 nach und nach zu.

Zwischen 11:00 und 11:30 legen wir in Finnsnes an.

Ich habe das Oberdeck (Deck 9) für mich entdeckt. Tolle PC-Arbeitsplätze.

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Oberdeck 9 – was für Ausblicke

Das Ziel Tromsø sollen wir gegen 14:15 erreichen.

Dort angekommen wagen wir den Weg über die StB-Brücke zur Eismeerkathedrale, Dom, Rathaus und Bibliothek.

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Die Eismeerkathedrale von Tromsø

Die Eismeerkathedrale ist durchaus architektonisch reizvoll. Das für die Rückfahrt geplante mitternächtliche Konzert muss allerdings entfallen. Schade!

Zurück an Bord genießen wir weiter den Komfort des Postschiffes.


Tag 6 – 06.04.2022 – Hurtigruten

Hammerfest – Havøysund – Honningsvåg – Kjøllefjord – Mehamn – Berlevåg

Zeitig aufstehen, gut frühstücken, denn heute wollen wir schließlich zum Nordkap. Das Wetter passt für uns, leider nicht für die Verantwortlichen. Aufgrund von Sturm und Wind ist die Straße zum Nordkap nicht passierbar, ein Highlight der Reise muss somit ausfallen. Schwer nachvollziehbar für uns Laien, ist der Himmel heute zeitweise strahlend blau.

Aber:

Der Anblick von Honningsvåg vom Postschiff aus entschädigt schon mal.

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Honningsvåg (Ausgangsort für das Erreichen des Nordkaps per Bus)

Die vielen bunten Häuser wirken bei blauem Himmel großartig, auch, wenn sie bei späterer näherer Betrachtung alles andere als spektakulär sind. Der Landgang macht schon Spaß. Ich breche vorzeitig ab, da ich mich auf den glatten und häufig vereisten Wegen nicht besonders sicher fühle. Uschi wagt sich bergaufwärts in die Schneelandschaft und ist, wie viele andere Mitreisende, von diesem Ort begeistert.

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Wir beide vor Honningsvåg

Danach keine Landgänge mehr, aber sehr viele und sehr schöne Ausblicke vom Oberdeck.

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Wunderschöne Fjordstrukturen – der Schnee macht’s

Abendessen leider zu üppig, der Wellengang nimmt erheblich zu. Mir ist leicht übel. Die „Kxxxtüte“ platziere ich neben dem Bett, brauche sie aber glücklicherweise nicht.


Tag 7 – 07.04.2022 – Hurtigruten

Båtsfjord – Vardø – Vadsø – Kirkenes

Die Nacht habe ich dennoch einigermaßen gut überstanden. Werde immer wieder wach und staune, dass es gegen 4:00 morgens draußen schon langsam hell wird. Um 7:00 stehen wir auf, wollen zeitig frühstücken, damit wir die Besichtigung von Kirkenes an der russischen Grenze auch zeitlich ausschöpfen können. Tja, Kirkenes ist ein Ort, von dem man sagen könnte: „Hier möchte ich nicht tot über dem Zaun hängen!“

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Kirkenes an der russischen Grenze

Nun ja, der äußerste Ort unserer Reise ist eingeschneit. Viele echte Sehenswürdigkeiten gibt es hier nicht. Kirkenes ist Grenzland, auch zu Finnland. Die Hinweisschilder zum Teil dreisprachig – norwegisch, finnisch und russisch.

Der Bunker aus dem 2. Weltkrieg ist heute nicht zugänglich. Ein solches Raumerlebnis brauche ich gerade jetzt, wo der Krieg so nah ist, nicht. Ein Denkmal zu Ehren der Befreiung Norwegens durch die Sowjetunion besuchen wir dennoch.

Der Ort selbst ist ein „lost place“, er wirkt beklemmend.

Gute drei Stunden Aufenthalt haben wir, die wir nahezu ausschöpfen.

Nun führt die Reise wieder nach Bergen zurück.

Danach Mittagessen und leider ein allzu gewaltiger Seegang, der meine Neigung zur Seekrankheit abermals bekräftigt.

Beim kurzen Landgang in Vardø geht es Uschi und mir wieder besser. Die Stadt liegt vor der östlichen Polarmeer-Küste Norwegens.

Wir besuchen ein Fort mit Blick auf die Küste – Die Vardøhus festning ist eine achteckige Festung, die die Finnmark vor russischen Angriffen schützen sollte. Sie wurde im 14. Jahrhundert angelegt und ist seitdem die nördlichste Festung der Welt. (Wikipedia)

Knapp eine Stunde Aufenthalt haben wir, dann wird die Seereise fortgesetzt.

Beim heutigen Abendessen eher Schonkost und etwas mehr Zurückhaltung als sonst. Brokkoli als Rohkost ist eine neue Erfahrung für mich.

Um 20:00 ein sehr kurzer Halt in Båtsfjord, der Hafen, in dessen Trostlosigkeit wir heute Morgen aufgewacht sind.

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Hafen von Båtsfjord bei abendlichem Schneeschauer aus unserem Kabinenfenster gesehen.

Ich hoffe sehr, dass die Weiterfahrt auf offener See einigermaßen ruhig verläuft.


Tag 8 – 08.04.2022 – Hurtigruten

Mehamn – Kjøllefjord – Honningsvåg – Havøysund – Hammerfest – Øksfjord – Skjervøy – Tromsø

Beim Aufwachen bin ich froh, dass unser Schiff nicht mehr so arg schaukelt. Wir sind nicht mehr auf hoher See, sondern bereits mehr im Bereich der Fjorde. Das macht sich positiv bemerkbar.

Die Annäherung an Hammerfest ist bei blauem Himmel großartig. Städte und Ortschaften wirken am besten vom Wasser aus.

Der Landgang auf Hammerfest ist allerdings nicht wirklich prickelnd. Städtebaulich herrscht auch hier eine gewisse Unordnung, wie wir sie schon das eine oder andere Mal auf Norwegen kennengelernt haben.

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Erdgasförderung bei Hammerfest

Die Kostprobe eines trockenen Stockfisches auf Deck 8 am Abend nehme ich noch mit, auf die Nordlichter möchte ich in der Kälte nicht weiter warten. Ich bin diesbezüglich kein Glückspilz.

Auch den mitternächtlichen Ausflug nach Tromsø schenke ich mir, nachdem das Konzert in der Eismeerkathedrale abgesagt wurde.

Meine Frau ist allerdings nächtens nochmals unterwegs und macht einige eindrucksvolle Aufnahmen.


Tag 9 – 09.04.2022 – Hurtigruten

Finnsnes – Harstad – Risøyhamn – Sortland – Stokmarknes – Svolvær – Stamsund

Heute heißt es früher als sonst aufzustehen. Wir machen unsere gut vierstündige Expedition, wie man hier häufig zu Ausflügen sagt.

„Die Vesterålen – mit Start in Harstad und wieder an Bord in Sortland“

Dies bedeutet einen halbtägigen Ausflug durch die Natur der Vesterålen mit „Stadtrundfahrt“ durch Harstad und Besuch der Halbinsel Trondenes mit Einblicken in das Leben im Mittelalter.

Der Ausflug ist soweit okay. Allerdings hätte ich mir den einen oder anderen Fotostopp mehr gewünscht. Das Wetter ist zauberhaft, der deutsche Reiseleiter redet viel von „Adolf“, „Adolf“-Kanonen etc.

Im 2. Weltkrieg war Harstad an die Deutschen gefallen. Auch heute finden hier NATO-Manöver mit den USA statt.

Wir besuchen die Kirche von Trondenes, erleben eine kurze Andacht eines aus Bayern emigrierten Pfarrers. Danach Besuch des Heimatkundemuseums und einer mustergültig aufgebauten Stabkirche.

Nach einer längeren Überlandfahrt durch eine verschneite Winterlandschaft muss der Bus aufgrund eines querenden Rentieres scharf bremsen. Für manch einen Passagier ergibt sich so spontan ein Fotomotiv. Das Rentier bleibt unbeschadet.

Fast am Ende noch eine kurze Fährfahrt von Revsnes nach Flesnes. Etwas Gebäck und Kaffee inklusive.

Weiterfahrt durch die Natur bis nach Sortland. Dort gehen wir wieder an Bord unserer Havila Capella.

Den spätnachmittäglichen Ausstieg bei Stokmarknes kann man sich eigentlich schenken. Man spricht hier vom Geburtsort der Hurtigruten:

https://www.hurtigruten.de/haefen/stokmarknes/

Das neue Museumsgebäude am Wasser macht im Nebeneinander mit der Universität tatsächlich ein bisschen was her. Die Beine etwas vertreten tut auch gut.

Die Fahrt durch den Raftsund stellt sicherlich einen der Höhepunkte unserer Reise dar.

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Stille Wasser im Raftsund

Svolvaer erleben wir heute im Hellen, von Bord gehe ich dennoch nicht. Uschi wagt sich nochmals in die Stadt.

Zum Zeitpunkt unserer Weiterfahrt zeigt sich der Abendhimmel in schönsten Färbungen. Eigentlich wollte ich die Kamera längst abgelegt haben.

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Abendstimmung bei Svolvaer

Tag 10 – 10.04.2022 – Hurtigruten

Bodø – Ørnes – Nesna – Sandnessjøen – Brønnøysund – Rørvik

Das ausgesprochen schöne Wetter scheint vorläufig vorbei. Vielleicht die rechte Zeit, um innezuhalten.

Wir wachen bei trüben Aussichten und Nieselregen auf. Auf dem Weg zum Frühstück kann man auf einem großen Info-Display lesen, dass wir den nördlichen Polarkreis um 8:30 überqueren sollen. Das Frühstück wollen wir nicht verschieben. Also holen wir uns die Kameras. Uschi fragt nochmals nach. Eine genaue Zeit erfährt sie nicht, auch nicht ob die Vorbeifahrt steuer- oder backbord erfolgen wird.

Sie bleibt also bis auf weiteres auf Deck 9, während ich mich so nach und nach über das Frühstück hermache. Um 8:45 passieren wir die Weltkugel als Markierung des Meridians. Ich fotografiere durch mit Regen getropfte Panoramascheiben, filme auch kurz. Uschi kommt zufrieden mit korrekten Fotos dieser Landmark zurück.

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Deck 9 – heute habe ich es für einen kleinen Moment nur für mich

Es bleibt ein trüber Tag. In Brønnøysund macht Uschi einen Landgang.

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Blick auf Brønnøysund bei Nieselregen

Leider gibt es Probleme mit ihren Fotos. Mich reizt der Ort ohnehin nicht, ich konzentriere mich auf die Weiterfahrt.

Der Wellengang nimmt zu. Beim Abendessen ist mir das Schaukeln des Schiffes schon recht unangenehm.


Tag 11 – 11.04.2022 – Hurtigruten

Trondheim – Kristiansund – Molde – Ålesund

In der Nacht tobt – nach unseren Maßstäben – ein gewaltiger Sturm. Für die Besatzung unseres Schiffes scheint es dennoch nicht mehr als ein kräftigeres Lüftchen zu sein. Mir geht es auch deutlich besser als am Abend zuvor nach dem Abendessen. Zwischen 00:00 und 4:00 höre ich Podcasts, nur kurz schlummere ich ein.

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Blick aus unserem Kabinenfenster während des starken Seeganges um Mitternacht

Trondheim verlassen wir bei trübem Wetter. Die See hat sich beruhigt. Wir hoffen, es bleibt so.

Kristiansund ist ein größerer Hafen. Hier haben wir eine Stunde Aufenthalt – von 16:30 bis 17:30.

Sandra, die Lebensgefährtin unseres „Expeditionsführers der Havila Capella“ gab uns den Tipp, mit der kostenlosen kleine Fähre eine kleine Hafenumfahrt zu machen. Wir eilen zur Fähre, einige Frauen in die Wollläden, um sich mit neuem Strickzeug einzudecken.

Die Hafenrundfahrt ist nicht spektakulär, aber empfehlenswert, bieten sich hier einige neue Perspektiven.

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Kristiansund

Danach geht es wieder an Bord. Wir warten auf das Abendessen. Doch die See wird wieder unruhig. Höchst unangenehm.

Wir verschieben das Abendessen. Ich ringe mich dann zu einer weniger umfangreichen Variante als sonst durch. Nachdem sich die See beruhigt hat, kommt auch meine Frau entspannt nach. Schönes letztes Abendessen mit Edith und Gerhard, die wir auf unserer Reise kennengelernt haben.

Danach Kofferpacken. Ein Glück, dass ich eine so geschickte und besonnene Frau habe.


Tag 12 – 12.04.2022 – Hurtigruten

Torvik – Måløy – Florø – Bergen

Um kurz nach 7:00 werden wir wach. Duschen, die letzten Klamotten zusammenpacken und dann zum Frühstück auf Deck 6, eine eingeübte Routine mittlerweile, heute allerdings unser letztes Frühstück an Bord.

Schönes Wetter, die See ist ruhig, wir fahren in den Hafen von Florø ein. Vor und während des Frühstückes nochmals Fotos.

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Die Koffer sind bereit zum Transport. Mit dem kleinen Handgepäck begeben wir uns auf Deck 9.

Die letzten Seemeilen genießen wir fast andächtig. Eine schöne Zeit nähert sich ihrem Ende. Gegen 14:45 erreichen wir Bergen, gehen anschließend von Bord und werden per Bus zum Hotel Augustin chauffiert. Unser Zimmer ist noch nicht fertig, wann es soweit sein wird, kann uns die Dame an der Rezeption auch nicht sagen. Unsere Koffer landen im Gepäckaufbewahrungsraum. Wir machen einstweilen einen Stadtspaziergang bei etwas bedecktem Himmel. Gegen 18:00 kehren wir zum Hotel zurück, beziehen unser Zimmer mit der etwas auffälligen Tapete am Kopfende des Bettes.

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Unser Zimmer im Hotel Augustin in Bergen

Abendessen im Kafe Spesial, danach noch ein Stadtspaziergang mit leichtem Gepäck.

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Kunstquartier Bergen am Abend

Tag 13 – 13.04.2022 – Hutigruten

Rückflug von Bergen nach Frankfurt am Main, dann mit der Deutschen Bahn wieder nach Hause

Nach dem unerwartet üppigen Frühstück auch in diesem Hotel haben wir noch eine gute Stunde Zeit, um endgültig von Bergen Abschied zu nehmen.

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Abschied von Bergen

Kurz vor 10:00 fährt unser Shuttle-Bus zum Flughafen vor. Der Abflug erfolgt einigermaßen planmäßig um 12:45, Ankunft in Frankfurt am Main gegen 14:30. Die Koffer erhalten wir relativ flott, dann beginnt der obligatorische Run zum Bahnhof. Um 15:36 sollte der Zug planmäßig einfahren. Doch auf die Deutsche Bahn ist Verlass, insbesondere dann, wenn es um Verspätungen geht.

Knappe 15 Minuten Verspätung reichen uns, um diesen Zug doch noch zu erreichen. Doch leider ist in dem neuen Wagen die Klimaanlage ausgefallen. Wir merken das zu spät, haben aber einen günstigen Sitzplatz. Was sehne ich die Heimat herbei, der wir uns nach Aschaffenburg mit Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h nähern.

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Im ICE 721

Das Tableau sollte allerdings auch die Innenraumtemperatur anzeigen. In diesem Falle wäre ich heute wohl regelrecht vor Wut explodiert, was peinlich gewesen wäre. Um uns herum junge Leute, denen die Hitze offensichtlich nichts ausmacht, die abwechselnd ihre Smartphones und ihre Notebooks bearbeiten, ja auch via Facetime kommunizieren. Das sind die Momente, in denen ich mein fortschreitendes Alter, ja auch eine gewisse Ungeduld und Intoleranz an mir feststelle.

Mit nur noch geringfügiger Verspätung fährt der ICE in den Würzburger Hauptbahnhof ein. Bald haben wir es geschafft.

Uschi holt das in der Nähe geparkte Auto, ich warte im Außenbereich des Bahnhofes, in der Nähe des Taxistandes. Dieses Umfeld ist zum Fremdschämen.

Eine junge Frau, deren aufgepimptes und aufgepumptes Aussehen an das Rotlichtmilieu erinnert, fummelt permanent mit dem Smartphone vor ihrem Gesicht herum. Mein Blick schweift beschämt zum Boden. Ich habe einige Minuten Zeit, mir die vielen Risse im Asphalt zu betrachten. Das Würzburger Bahnhofsumfeld ist schon ein recht verwahrloster Ort.

Endlich fährt Uschi vor, wir verstauen schnell unser Gepäck und kommen 15 Minuten später mit einem Sack voller schöner Erinnerungen an unseren Urlaub in Norwegen daheim in Kürnach an.

Nervige Randerscheinungen verlieren erfahrungsgemäß einigermaßen schnell an Bedeutung. Am Ende überwiegt das Gute, das Schöne. Ein Glück, dass es diese menschlichen Schutzmechanismen gibt.


Zugehörige Bildergalerien Hurtigruten 2022

Natürlich sind noch viel mehr Fotos entstanden. Zumuten möchte ich diese Bilderflut allerdings niemandem.


Eine bildhafte Auswahl des Speiseplanes

Fotoausrüstung – ein bloßes Luxusproblem

Ich habe lange überlegt, mit welcher Kameraausrüstung ich verreise. Am Ende habe ich mich für die kleinen Canon EOS M entschieden, um Gewicht zu sparen. Zwischendurch habe ich meine DSLRs allerdings schon vermisst.

  • Canon EOS M3
  • Canon EOS M5
  • Canon EOS M10

mit diversen Objektiven der M-Serie.

Dazu mein iPhone 12. Ich bin immer wieder begeistert, wie gut die eingebaute Kamera arbeitet.

Auch habe ich erstmalig vermehrt sehr kurze Videos mit dem iPhone gedreht und zu schätzen gelernt. Das bewegte Bild zwischendurch macht schon auch sehr viel Spaß. Bin mir noch nicht ganz im Klaren darüber, wie ich mit diesen kleinen Filmchen umgehen werde.

Mein Resümee

  • Mit einem Postschiff die norwegischen Hurtigruten abzufahren, ist keine ganz billige Angelegenheit. Skandinavien ist für uns Deutsche mit Sicherheit kein Billigreiseland.
  • Die optionalen Expeditonen sind Upgrades, die das Reisebudget durchaus spürbar belasten können. Hier kommen schnell einige Hundert Euros und mehr zusammen.
  • Diese Reise ist offensichtlich insbesondere für die Generation Ü60 interessant. Jüngere Reiseteilnehmer:innen sind eher die Ausnahme.
  • Covid-19 spielte während unserer Reise keine bestimmende Rolle. Auf dem Schiff bewegten sich geschätzt 99% der Gäste und des Personals ohne Maske, auch wir.
  • Lediglich die omnipräsenten Desinfektionsmittelspender erinnern in Norwegen derzeit noch an die Pandemie.
  • Der Veranstalter Berge & Meer sollte die Organisation von Anreise und Abeise mit der eigentlichen Postschifffahrt optimieren. Diese wichtige Schnittstelle sollte deutlich besser organisiert sein. Auch das beteiligte Hotel sollte wissen, wann der Shuttle-Bus bei der Abfahrt kommt und die Zimmer bei Ankunft allesamt gereinigt haben.
  • Die Landschaften, die wir kennenlernen durften, sind gerade in der erlebten Jahreszeit – Berge vollständig bzw. teilweise mit Schnee bedeckt – grandios.
  • Die Stadt Bergen ist wirklich sehenswert.
  • Andere norwegische Städte, die wir kennenlernen durften, haben bei weitem nicht dieses Flair. Kurzum: In Norwegen reizt die Landschaft, weniger die Architektur oder die besondere Urbanität.
  • Norweger:innen prahlen nicht mit ihrem Vermögen, wenn auch der gleichzeitige Besitz von Häusern, Wohnmobilen und Booten nicht ganz ungewöhnlich scheint.
  • Norweger:innen legen Wert auf Lebensqualität – Stichwort: „Work-Live-Balance“
  • Im Hinblick auf erneuerbare Energien haben sie die Nase gegenüber uns Deutschen ganz weit vorn.
  • Die Quote an Hybridfahrzeugen und reinen Elektroautos ist sehr hoch.
  • Strom ist enorm preiswert, er wird vor allem aus Wasserkraft gewonnen.
  • Erdgas- und Erdölvorkommen stützen die eigene Volkswirtschaft.
  • Windkrafträder hat auch die Stadt München in Norwegen errichten lassen. Bayern bezieht auf diese Weise bisher besonders bauernschlau „Ökostrom“. Wohl nicht mehr sehr lange, haben die Samen einen Musterprozess in dieser Angelegenheit geführt. Hintergrund: Unter den Windrädern möchten Rentiere nicht mehr weiden. Dem „deutschen Michel“ wird auch hier der Spiegel vorgehalten, wie desaströs die Energiepolitik der Bundesrepublik bisher verlaufen ist.
  • Gerne möchten wir Norwegen auch zu Lande erleben, vielleicht auch die Atlantikstraße entlang fahren.
  • Das Erreichen des Nordkaps ist dabei nicht ein unbedingtes Ziel von uns. Wenn es dann klappen würde, wäre es schön. Wenn nicht, wäre es auch okay.

Wir sind dankbar, dass wir das Glück hatten, in diesen bewegten Zeiten einen derart schönen Urlaub erlebt zu haben. Die Bilder, die sich in unser Gedächtnis eingebrannt haben, werden wohl noch lange nachwirken.

Zu guter Letzt noch ein Beitrag, der uns als Reisende nachdenklich macht:


Last Updated on 1. Oktober 2022 by gerald

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