BayWa – Laufende Abbrucharbeiten

Datum: 08.01.2026
Kamera: Canon EOS 50D mit Canon EF 4/24-105 mm L IS
Inhaltsverzeichnis
- BayWa – Laufende Abbrucharbeiten
- Vorgeschichte meines „Einsatzes“
- Hintergrund der laufenden Abbruchmaßnahme
- Ein industrielles Wahrzeichen verschwindet
- Abbruch: Schweres Gerät statt Sprengung
- Kreislaufwirtschaft auf dem ehemaligen BayWa-Areal
- Der Neue Hafen im Wandel
- Erweiterte Galerie
- Empfohlener Beitrag
Vorgeschichte meines „Einsatzes“
Seit geraumer Zeit bin ich immer wieder von verschiedenen Personen auf die spektakuläre Abbruchbaustelle des ehemaligen BayWa-Geländes im Neuen Hafen Würzburg aufmerksam gemacht worden.
Natürlich hatte ich es mir vorgenommen, da mal vorbeizuschauen. Aber als Rentner hat man halt wenig Zeit.
Heute früh empfange ich allerdings die WhatsApp-Nachricht eines ehemaligen Arbeitskollegen, der mich nochmals – in einem Nebensatz – mit der Nase auf dieses offene Thema stieß.
Also mache ich mich noch vormittags noch mit dem Auto auf den Weg. Ein bisschen fliehe ich auch vor dem „Staubsauger“ im Haus.
Ich hatte doch tatsächlich angenommen, dass die Raiffeisen-Silos bei der Laurentiusbrücke abgerissen würden. Eine telefonische Nachfrage beim entscheidenden „Impulsgeber“ bringt mich endlich auf die richtige Fährte.
Irgendwann bin ich dann tatsächlich auch beim Gelände angelangt.
Das Betreten der Baustelle ist selbstverständlich verboten.
Dennoch bieten sich auch außerhalb einige interessante Ausblicke und Perspektiven.
Das besondere Umfeld, in dem sich die Abbruchbaustelle BayWa befindet, habe ich nebenbei auch noch etwas abgelichtet. Hier möchte ich mir im Frühjahr noch etwas Zeit mehr nehmen. Licht und Schattenbildung in Schwarzweiß schweben mir vor.
Bis dahin gibt es noch viel zu tun – nicht nur für die Abrissbirne.
Mir soll es recht sein. Lasst Euch ruhig Zeit!
Hintergrund der laufenden Abbruchmaßnahme
Das ehemalige BayWa-Gelände im Neuen Hafen erlebt derzeit tatsächlich einen tiefgreifenden Wandel.
Wo einst Futtermittel produziert und gelagert wurde, fressen sich Großgeräte in den Beton der Silos, um Platz für eine neue Recyclinganlage zu schaffen.
Der Abbruch markiert somit nicht nur das Ende einer Epoche, sondern auch den Beginn einer stärker auf Kreislaufwirtschaft ausgerichteten Nutzung des Hafenareals.
Ein industrielles Wahrzeichen verschwindet
Das Areal in der Nördlichen Hafenstraße war über Jahrzehnte zunächst als Standort der Raiffeisen-Kraftfutterwerke und später der BayWa ein prägender Baustein des Würzburger Neuen Hafens.
Die markante Architektur der Silos, Speicher- und Verwaltungsgebäude bildeten eine ebenso rohe wie eindrucksvolle Silhouette, die für Passanten viele zum festen Bestandteil des Stadtrandbildes geworden war.
Seit der Stilllegung der Produktion standen große Teile des rund 23.000 Quadratmeter großen Geländes weitgehend leer und wurden nur noch in Teilen vermietet.
Die Bauten galten als technisch veraltet und waren angesichts heutiger Anforderungen an Energieeffizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit nicht mehr zukunftsfähig.
Abbruch: Schweres Gerät statt Sprengung
Der Rückbau erfolgt Stück für Stück, mit Entkernung, Schadstoffsanierung und anschließendem maschinellen Abriss. Zum Einsatz kommen ein Seilbagger mit rund 65 Metern Hakenhöhe und ein Longfront-Bagger mit etwa 40 Metern Arbeitshöhe, beide mit mehr als 100 Tonnen Eigengewicht.
Für den Betrachter bietet sich so eine schwergewichtige Choreografie aus Stahl, Hydraulik und Abrisskugel, die aus meiner Sicht fast ein bisschen fummelig wirkt.
Diese Methode erlaubt es allerdings, Materialien möglichst sortenrein zu trennen und direkt vor Ort aufzubereiten, anstatt sie in einem einzigen, spektakulären Moment durch Sprengung zu pulverisieren.
Gleichzeitig werden Risiken für benachbarte Nutzungen und die Staubbelastung minimiert.
Kreislaufwirtschaft auf dem ehemaligen BayWa-Areal
Der Rückbau selbst ist bereits als Teil eines geschlossenen Stoffkreislaufs gedacht.
Aus dem Bauschutt der ehemaligen Kraftfutterwerke entstehen vor Ort einige tausend Tonnen hochwertiger Ersatzbaustoffe für künftige Bauprojekte. Das Gelände wird damit buchstäblich aus sich selbst heraus neu gebaut.
Künftig sollen auf dem Areal eine moderne Recyclinganlage sowie Zwischenlager für mineralische Abfälle, Bauschutt und Bodenmaterialien entstehen.
Der Neue Hafen im Wandel
Der Abbruch auf dem BayWa-Gelände fügt sich in eine längerfristige Strategie zur Weiterentwicklung des Würzburger Hafenareals ein, das von der Würzburger Hafen GmbH und der WVV schrittweise transformiert wird.
Für Würzburg bedeutet dies eine Neujustierung der Hafenlandschaft.
Weg vom rein produktionstechnischen Schwergewicht hin zu einem vielfältigen Gewerbestandort, der industrielle Tradition, moderne Infrastruktur und ökologische Verantwortung verbindet.
Das BayWa-Gelände wird dabei zum sichtbaren Symbol dieses Strukturwandels.
Danke Holger für deine Beharrlichkeit in dieser Sache!












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