Holocaust-Mahnmal Berlin (2011)

Holocaust-Mahnmal

Ein Stadtspaziergang am 1. März 2011
Arch.
Peter Eisenman
Reisebericht

Es war nicht mein erster Besuch des Mahnmals für die ermordeten Juden Europas, verkürzt als Holocaust-Mahnmal bezeichnet. Einige Male war ich schon hier gewesen. Gleich nach der Eröffnung im Mai 2005 waren wir mit Familie vor Ort. Unsere Kinder machten das, was viele andere junge Menschen in ihrer Unbefangenheit  auch taten. Sie nutzen die flacheren Betonstelen am Rande des Areals von insgesamt 19.000 qm als Inseln, von denen aus  man sprunghaft die nächste Insel in einem Meer aus Beton erreichen konnte. Es dauerte auch nicht lange, dass sie zunächst von Fremden gemaßregelt, dann von uns gebeten wurden, derartige Aktionen einzustellen.

Nun, am 1. März 2011 hatte ich alle Ruhe, um die besondere, beklemmende Atmosphäre dieser flächigen tektonischen Skulptur aus meinem fotografischen Blickwinkel einzufangen. Schwierigkeiten mit der Konstruktion der nicht massiven Betonstelen waren bereits erkennbar, das Schadenbild hat sich wohl in den letzten Jahren noch erweitert. Grund für die Risse sind Temperaturspannungen im Innern der dunklen, an die Asche der Ermordeten erinnernden, Quader.

Das Holocaust-Mahnmal wird immer nur mit dem amerikanischen Architekten Peter Eisenman in Verbindung gebracht. Tatsächlich war in der frühen Entwicklungsphase der US-amerikanische Künstler und Bildhauer Richard Serra – bekannt vor allem durch seine großen rostigen Stahlplastiken – eingebunden, der sich allerdings, als die Politik immer mehr Einfluss auf die Gestaltung nahm, recht früh aus dem Projekt Holocaust-Mahnmal zurückzog.


Berlin: Städtereise (2011)


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