DAM – Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
Thema: TOO HOT – Heiße Städte, neue Wege
Ausstellungslaufzeit: 20. Juni 2026 – 7. Februar 2027
Ausstellungort: DAM – Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt
Homepage: https://dam-online.de/
Mein Besuch der Ausstellung
Der Hitzesommer 2026 steckt wohl nicht nur mir noch in den Knochen.
Es war ein regelrechter Kampf, auch wenn ich seit einiger Zeit nicht mehr berufstätig bin und mir geeignete Schattenplätze suchen konnte. Manchmal hat man doch so seine Verpflichtungen und man muss die eigenen vier Wände dann doch verlassen. Gerade Stadtbesuche waren mir im Juni und Juli, auch noch im August, ein Gräuel.
Ich darf mich gewiss bei den vulnerablen Personengruppen einordnen, die bei diesen Wetterverhältnissen vorsichtig sein müssen. Im Rahmen meiner Möglichkeiten war ich dies auch.
Natürlich verfolge ich auch politische Strömungen, sei es weltweit oder bezogen auf Deutschland oder die Region, in der ich lebe. Unterfranken hat unter Wassermangel nicht nur in den letzten Jahren zu kämpfen.
Wissenschaftliche Erkenntnisse treffen leider immer wieder auf Politiker bzw. Personengruppen, die diese bagatellisieren – „heiße Sommer gab es früher auch“ – oder inhaltlich nicht verstehen wollen oder nicht verstehen können. Gerne wittert man hinter wissenschaftlichen Erkenntnissen oder Modellrechnungen gleich wieder Verschwörungstheorien.
Da ist ein „Weiter so“ naheliegend, egoistisches Verhalten geradezu programmiert.
Dabei kommt es momentan darauf an, dass wir die Weichen für die Zukunft der Weltbevölkerung möglichst schnell, richtig und nachhaltig stellen.
Ein erheblicher Teil der Bevölkerung lebt in kritischen Ballungsräumen. Dort gibt es akuten Handlungsbedarf in vielerlei Hinsicht.
Städte als Hitzeinseln: Wie der Klimawandel urbane Räume aufheizt
Der Klimawandel lässt nicht nur global die Temperaturen steigen – in Städten wirkt er wie ein Verstärker. Durch den sogenannten „Urban Heat Island“-Effekt (UHI) heizen sich dicht bebaute Gebiete deutlich stärker auf als ihr ländliches Umfeld, ein Phänomen, das durch fortschreitende Urbanisierung und globale Erwärmung weiter verschärft wird.
Ursachen der städtischen Überhitzung
Städte speichern Wärme anders als natürliche Landschaften. Beton, Asphalt, Glas und Stahl absorbieren tagsüber enorme Mengen an Sonnenenergie und geben diese nur langsam wieder ab – oft bis tief in die Nacht hinein. Gleichzeitig reduzieren versiegelte Flächen und schwindendes Grün die natürliche Verdunstungskälte. Hinzu kommen anthropogene Wärmequellen: Verkehr, Industrie und Tausende von Klimaanlagen, die warme Luft nach außen abgeben. In dicht bebauten Quartieren mit wenig Luftzirkulation entsteht so ein thermischer Stau, der die nächtliche Abkühlung verhindert.
Ausmaß und gesundheitliche Folgen
Die Temperaturdifferenz zwischen Stadt und Umland liegt in vielen Metropolen tagsüber bei 1 bis 4 °C, nachts in Extremfällen sogar bei 7 bis 12 °C. In Deutschland leben rund 40 Prozent der Bevölkerung in solchen Hitzeinseln. Besonders betroffen sind dicht bebaute Innenstadtbereiche.
Die gesundheitlichen Risiken sind erheblich: Hitzestress, Dehydrierung, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen nehmen zu, insbesondere bei älteren Menschen und sozial benachteiligten Gruppen. Studien projizieren, dass hitzebedingte Todesfälle in Städten bis Ende des Jahrhunderts deutlich ansteigen könnten, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Lösungsansätze für klimaresiliente Städte
Expertinnen und Experten fordern integrierte Strategien aus Stadtplanung, Grünflächenentwicklung und klimaangepasster Architektur. Mehr Bäume, Fassadenbegrünung, helle Oberflächen und durchdachte Luftschneisen können die Überhitzung mildern. Ziel ist es, Städte nicht nur kühler, sondern auch lebenswerter und widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen.
TOO HOT – Die Ausstellung im DAM
Die Ausstellung TOO HOT im DAM zeigt anhand diverser europäischer Städte, wie man diesen Herausforderungen begegnen kann. Diese Schutz- und Anpassungsmaßnahmen sind nach der weltweiten Vermeidung negativer Klimaeinflussfaktoren große Herausforderungen, wenn auch die Generationen unserer Kinder und Enkelkinder eine lebenswerte Zukunft haben soll.
Mir ist es jetzt schon TOO HOT!
Die Ausstellung, die noch einige Monate läuft, ist daher längst nicht nur für Architekten interessant, sondern für alle, denen die Zukunft unseres Planeten und derjenigen, die ihn bewohnen, nicht ganz egal ist.
Bilder (Impressionen) einer Ausstellung

































Pressetext
Städte werden durch den Klimawandel immer heißer – mit spürbaren Folgen. Hitze, Dürre, Wasserknappheit und Überschwemmung machen deutlich, wie dringend urbane Räume neu gedacht und gestaltet werden müssen. Da Städte den größten Anteil an CO₂-Emissionen verursachen, tragen sie eine
besondere Verantwortung, etwa beim Umbau von Infrastruktur und öffentlichem Raum. Viele von ihnen wollen in den nächsten fünfzehn Jahren klimaneutral werden. Was bedeutet das für die Zukunft – für Planung, Architektur und Leben in der Stadt?
Die Ausstellung Too Hot im Deutschen Architekturmuseum (DAM) zeigt Beispiele aus dreizehn europäischen Städten verschiedener Klimata, von der Kleinstadt bis zur Metropole. Sie reagieren auf die Klimakrise mit konkreten Maßnahmen für Klimaschutz und Anpassung: darunter gebaute Projekte,
strategische Planungen und zivilgesellschaftliche Initiativen. Die Ausstellung veranschaulicht, wie vielfältig dieser Wandel aussehen kann und von welchen sozialen Fragen und gesellschaftspolitischen Diskursen er begleitet wird.
Hintergrund
In Europa ist die Temperatur in den letzten hundert Jahren um durchschnittlich 2,4 Grad Celsius gestiegen, in Deutschland sogar um 2,5 Grad Celsius. Seit 1951 hat die Zahl der Hitzetage in Deutschland um 208 Prozent zugenommen. Weltweit starben zwischen 1995 und 2024 mehr als 832.000 Menschen infolge von Extremwetterereignissen, insbesondere durch Hitzewellen und Stürme.
Mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichteten sich 197 Staaten, die Erwärmung möglichst auf 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. Aktuelle Prognosen gehen jedoch davon aus, dass dieses Ziel verfehlt wird: Bei Fortführung der derzeitigen politischen Maßnahmen ist bis Ende des Jahrhunderts mit einer Erwärmung von etwa 2,8 Grad Celsius zu rechnen. Städte sind dabei zugleich Verursacher, Betroffene und zentrale Akteure des Wandels – hier werden die Folgen der Klimakrise besonders sichtbar, ebenso wie soziale Ungleichheiten.
Die Ausstellung
Too Hot führt durch mehrere Themenbereiche: Wissenschaftliche Grundlagen und politische Zielsetzungen, urbane Infrastrukturen und Messmethoden des Stadtklimas. Interviews mit Expert*innen zu Gesundheit, sozialer Gerechtigkeit, Ressourcenmanagement und Greenwashing erweitern die Perspektive. Den Abschluss bildet die Frage: Und jetzt?!
Im Mittelpunkt stehen dreizehn europäische Städte – von Finnland bis Griechenland, von Großbritannien bis Polen. Sie zeigen unterschiedliche Strategien im Umgang mit der Klimakrise. Einige Beispiele machen
den Wandel im Stadtraum sichtbar: Kopenhagen nutzt Parks und Plätze gezielt als Rückhalteräume für Starkregen. Wien erprobt die gemeinsame Energie- und Kühlversorgung eines Wohnblocks. In Paris senken begrünte Dächer unter historischen Zinkdächern die Sommertemperaturen deutlich. Barcelona
kühlt sein dicht bebautes Stadtgefüge mit einem Netz begrünter Straßen und neuer Plätze. Mehrere Städte setzen dabei auf langfristige strukturelle Veränderungen: Łódź legt Flüsse wieder frei und integriert sie als grüne Korridore in die Stadt. Lappeenranta verbindet Klimabildung mit der Umstellung auf erneuerbare Energien. Liepāja treibt den Ausbau des öffentlichen Verkehrs voran, um den Autoverkehr zu reduzieren.
Zivilgesellschaftliche Initiativen ergänzen die Ansätze:
In Totnes organisiert die lokale Stadtgesellschaft den Ausstieg aus fossilen Energien. Frankfurt am Main schließlich zeigt, wie sich Bürger*innen für den Erhalt von Grünflächen und Kaltluftschneisen einsetzen – und dabei Zielkonflikte der Stadtentwicklung sichtbar machen.
Künstlerische und wissenschaftliche Arbeiten eröffnen zusätzliche Zugänge zum Thema Klima. Ein „Schwarm” Windhosen auf dem Dach des Museums macht Luftströmungen sichtbar; ein Regenfänger zeigt, wie mit einfachen Mitteln wertvolles Wasser gesammelt werden kann. Mobile Klimamessgeräte sowie eine Messstation geben Einblick in Forschungsprojekte.
Begleitprogramm & Podcast
Zur Ausstellung erscheint eine dreiteilige Podcast-Reihe zu Frankfurt am Main, Liepāja und Paris auf Kontextur: kntxtr.podigee.io.
Ergänzend findet ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Vorträgen und Diskussionen statt.
Die vollständigen und aktuellen Informationen finden Sie auf www.dam-online.de
Ausstellungsführungen
Öffentliche Führungen immer samstags und sonntags, 15 Uhr
After Work Führungen:
24. Juni 2026/ 8. & 22. Juli 2026 / 5. & 19. August 2026 / 2. & 16. September 2026 jeweils 17 Uhr
Familienführung mit Ruth Schlögl:
6. September / 25. Oktober 2026 jeweils 13 Uhr
Vortragsreihe Internationale Landschaftsarchitektur
Too Hot – Heiße Städte, kühle Lösungen. Landschaftsarchitektur, Klima und Gesundheit im Dialog
Veranstaltet vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen bdla, Landesverband Hessen e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) und dem Bund Deutscher Architektinnen
und Architekten BDA Hessen e. V.
29. Juli 2026 \ 26. August 2026 \ 30. September 2026 \ 14. Oktober 2026 \ 20. Januar 2027 \ 3. Februar 2027,
Beginn jeweils 18 Uhr – Ausstellungsführung,
19 bis 21 Uhr Vorträge
Impressum
TOO HOT – Heiße Städte, neue Wege
20. Juni 2026 – 7. Februar 2027
im Deutschen Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main
Direktor DAM: Peter Cachola Schmal
Stellvertretende Direktorin DAM: Andrea Jürges
Kurator:innen: Jonas Malzahn, Katharina Böttger, Mathias Schnell (studio central)
In Zusammenarbeit mit:
Philipp Deilmann – Bereich Infrastrukturen der Stadt
Confiyet Aydin, Nienke Wüst (DAM) – Bereich Stadtklima Messen
Tim Driedger, Simay Peters, Anna Scheuermann, Lene Oldopp, Diana Patilea, Miriam Rabmund, Klaus Korbjuhn (Architects for Future) – Bereich Und Jetzt?!
Wissenschaftliche Beratung: Helmholtz KLIMA, Zentrum Stadtnatur und Klimaanpassung (TU München)
Städteauswahl mit: Elisabeth Broermann (TU Berlin, Architects for Future), Stephan Lenzen (Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen, bdla), Bernd Neumann (BUND Hessen), Tatjana Schneider (TU Braunschweig)
Ausstellungsgestaltung: Luis Haslinger, Carla Riechardt, Jurek Werth (social.form – Projektentwicklung, Raum & Aktion)
Grafikdesign: Anna Kraus, Charalampos Lazos, Hannah Reinhard, Jinyu Wang (Design Practice)
Bildbearbeitung: Felix Scheu (FXS Photo Retouch)
Lektorat: Ilka Backmeister
Englische Übersetzung: Jeremy Gaines
Postproduktion der Videointerviews: Maria Gans
Ausstellungsproduktion: Carla Riechardt, Jurek Werth (social.form – Projektentwicklung, Raum & Aktion)
Medientechnik: sound for friends
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Brita Köhler, Anna Wegmann
Führungen: Anna Scheuermann, Ruth Schlögl, Team Bildung und Vermittlung
Gestaltung Flyer, Plakat und Banner: Ammon Studio
Bildung und Vermittlung: Confiyet Aydin, Nienke Wüst
Haustechnik: Giancarlo Rossano, Daniel Sarvari, Roman Jurkevic
Ausstellungsaufbau: Caroline Krause, Ömer Simsek und Gerhard Winkler unter der Leitung von Daniel Sarvari
Registrar: Wolfgang Welker
Modellrestaurierungswerkstatt: Bernadette Krist
Bibliothek: Christiane Eulig
Verwaltung: Inka Plechaty, Victoria Morhard
Empfang: Ieva Paegle
Anschrift DAM
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
T +49 (0)69 – 212 388 44
info.dam@stadt-frankfurt.de
www.dam-online.de
Anfahrt
U1, U2, U3, U8: Schweizer Platz
U4, U5: Willy-Brandt-Platz
Tram 15/16: Schweizer-/ Gartenstraße
Öffnungszeiten
Di, Do-So 11-18 Uhr
Mi 11-20 Uhr
Mo geschlossen
Sonderöffnungszeiten
An allen Feiertagen von 11-18 Uhr geöffnet
außer am 24. + 25 Dezember + 1. Januar (geschlossen)
DAM BIBLIOTHEK
Hedderichstraße 108–110
60596 Frankfurt am Main
T +49 (0)69 – 212 308 27
christiane.eulig@stadt-frankfurt.de
Öffnungszeiten
Die Bibliothek des DAM ist wochentags geöffnet. Die Nutzung ist nur nach Voranmeldung per E-Mail oder Telefon möglich.
DAM ARCHIV
Hedderichstraße 108–110
60596 Frankfurt am Main
T +49 (0)69 – 212 308 31
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Das Archiv des DAM ist nicht allgemein zugänglich.
Tickets
Eintrittspreise Ausstellungen
12 Euro, ermäßigt 7 Euro
STADTPlus: 10 Euro, ermäßigt 7 EURO
Vorträge:
7 Euro, ermäßigt 4 EURO
Ermäßigten Eintritt zu den Ausstellungen erhalten:
- Schüler und Studierende ab 18 Jahren
- Auszubildende
- Arbeitslose
- Bundesfreiwilligendienstleistende
- Menschen mit Behinderung mit einem Grad der Behinderung (GdB) ab 50 %
- Inhaber der Frankfurt Card
- Gruppen ab 20 Personen
- FSJler – Freiwilliges Soziales Jahr
- FÖJler- Freiwilliges Ökologisches Jahr
- IJFD – Internationaler Jugendfreiwilligendienst
- Mitglieder des Frankfurter Stadt- und Gästeführervereins e.V.
Freien Eintritt zu den Ausstellungen erhalten:
- Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
- Studierende der Goethe-Universität, der Frankfurt University of Applied Sciences und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
- Studierende der Frankfurt School of Finance & Management
- Mitglieder des Fördervereins
- Inhaber der DAM-Karte, der Museumsufer-Card und des Museumsufer-Tickets
- Mitglieder der AKH
- ICOM-Mitglieder
- Besucher aus den Partnerstädten
- notwendige Begleitpersonen für behinderte Menschen
- Inhaber/-innen der Ehrenamts-Card des Landes Hessen, der Juleica
- Für Inhaber des Frankfurt-Passes und Geflüchtete gilt ein ermäßigter Eintritt für Erwachsene von einem Euro.
- Jeweils gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises.
Sonderveranstaltungen wie Legobaustelle, Workshops, STADTplus-Abende und Vorträge sind von der Regelung für den kostenlosen Eintritt ausgenommen; Ermäßigungen sind teilweise möglich.
Lies den Bericht über die Ausstellung „W.I.M. – Im Lauf der Zeit„