Datum: 16.10.2026
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Website: https://de.wikipedia.org/wiki/Salzburger_Zwerglgarten
Der Zwergelgarten: Salzburgs skurrilste Gartenanlage
Einige Male war ich in den vergangenen Jahren in Salzburg gewesen, bin durch die Stadt, auch durch den Mirabellgarten geschlendert. Den Zwergelgarten habe ich dabei immer ausgelassen.
Wahrscheinlich habe ich unbewusst meine Abscheu gegen die Gartenzwerge in deutschen Vorgärten auf die mich am Ende durchaus ansprechende Kultur der hier zur Schau gestellten österreichischen Exemplare kleinwüchsiger Fabelwesen übertragen.
Im Mirabellgarten von Salzburg wartet mit dem Zwergelgarten schließlich eine der skurrilsten und zugleich geschichtsträchtigsten Gartenanlagen Europas. Er gilt als ältester Zwergelgarten des Kontinents und entstand um 1695 unter Erzbischof Johann Ernst Graf von Thun und Hohenstein im Zuge der barocken Neugestaltung des Mirabellgartens. Die Pläne gehen maßgeblich auf Johann Bernhard Fischer von Erlach zurück.
Ursprünglich bevölkerten 28 Zwerge aus weißem Untersberger Marmor den Garten. Die Figuren sind keine harmlosen Gartendekorationen, sondern karikatureske Darstellungen nach Vorlagen des französischen Grafikers Jacques Callot.
Mit ihren übertriebenen Körpern, ausdrucksstarken Gesichtern und teils grotesken Posen spiegeln sie die barocke Vorliebe für das Kuriose. Manche Figuren tragen symbolische Bedeutung: Der Zwerg mit dem Spaten etwa steht für den März und den Beginn der Gartenarbeit.
Die Zwerge hatten eine wechselhafte Geschichte. Im Zeitalter der Aufklärung galten die Figuren als geschmacklos, wurden 1811 entfernt und versteigert. Erst 1919 beschloss Salzburg, den Garten wiederherzustellen und die verlorenen Skulpturen zurückzuholen.
Heute sind 17 Figuren im Kleinen Bastionsgarten zu sehen – teils Originale, teils exakte Nachbildungen. Zwischen 2017 und 2018 wurden sie saniert und auf Postamenten neu präsentiert.
Der Zwergelgarten ist nicht nur Fotoobjekt und Kulisse, sondern erzählt von barocker Gartenkunst, wechselnden Geschmacksurteilen und der beharrlichen Kraft städtischer Erinnerung.
Tipps für Besucher
- Lage: Der Zwergelgarten liegt im Mirabellgarten, nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt.
- Eintritt: Der Mirabellgarten ist frei zugänglich; der Zwergelgarten liegt etwas erhöht in einem abgetrennten Bereich des Gartens.
- Beste Zeit: Früh morgens oder am späten Nachmittag – dann ist es ruhiger und das Licht ist ideal für Fotos.
- Für Familien: Kinder lieben die kleinen Steinfiguren – ein kleiner Suchspaziergang, wer welchen Zwerg entdeckt, macht den Besuch besonders unterhaltsam.
Fotografische Impressionen




















