Akademie der Bildenden Künste
Architekten: Coop Himmelb(l)au.
Datum: 22.02.2012
Fotograf: Gerald Langer
Die Akademie der Bildenden Künste München ist eine der bedeutendsten und, unter Berücksichtigung der ihr vorausgegangenen Bildungseinrichtungen, auch eine der ältesten Kunsthochschulen Deutschlands.
Bauaufgabe
Die Akademie der Bildenden Künste München, gegründet bereits im 18. Jahrhundert und spätestens mit dem historischen Bau von Gottfried von Neureuther 1886 zu einer städtebaulichen Ikone geworden, durchlief Anfang des 21. Jahrhunderts eine spektakuläre räumliche Weiterentwicklung. Dieser Beitrag beleuchtet Entstehung, Konzeption und Wirkung des Erweiterungsbaus von Coop Himmelb(l)au, der 2005 eröffnet wurde und seitdem nicht nur die Architekturdebatte in München prägt, sondern auch den Alltag der Kunststudierenden und Lehrenden nachhaltig verändert hat.
Ausgangslage: Ein neues Raumprogramm für eine gewachsene Institution
Der alte Neurenaissancebau war für rund 300 Studierende geplant, doch die Nutzerzahlen hatten sich in der Gegenwart mehr als verdoppelt. Die Akademie litt jahrzehntelang an krassem Raummangel: Ein Drittel bis zur Hälfte der Studierenden und Beschäftigten hatte keinen angemessenen Arbeitsplatz, Werkstätten und Ateliers waren verschlissen oder fehlten ganz.
Seit den 1950er Jahren gab es immer wieder Ausbaupläne, die aber erst zum 200-jährigen Akademiejubiläum mit einer grundlegenden Erweiterung realisiert werden konnten.
Wettbewerb und Planungskonzept: Der Sprung in die zeitgenössische Architektur
Bereits 1992 gewannen COOP HIMMELB(L)AU aus Wien den Wettbewerb mit einem Entwurf, der die bestehende Akademie radikal kontrastiert: Die Handschrift der Architekten Wolf D. Prix, Helmut Swiczinsky und Partner, geprägt vom Dekonstruktivismus, sollte der Institution einen zukunftsgewandten, internationalen Impuls geben. Die Planung zog sich jedoch über ein Jahrzehnt: Gestaltungs- und vor allem Finanzierungsprobleme verzögerten den Baubeginn erheblich.
Am Standort Ecke Akademiestraße/Türkenstraße wurde schließlich eine Lösung realisiert, welche die drei vorgefundenen stadträumlichen Systeme zusammenführt:
- das repräsentative Achsenprinzip der Leopoldstraße/Akademiestraße,
- die heterogene, kleinteilige Struktur Schwabings,
- sowie die Freiräume des Leopoldparks und Akademiegartens mit ihren geschützten Baumbeständen
Galerie






Weitere Informationen und Fotos findest Du auf architekturfotos.net