DAM – Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
Thema: SUBURBIA. Träume vom Eigenheim, Wege aus der Wohnungskrise
Ausstellungslaufzeit: 21. März – 18. Oktober 2026
Ausstellungort: DAM – Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt
Homepage: https://dam-online.de/
Mein Besuch der Ausstellung
Nachdem ich mir zuvor die Ausstellung TOO HOT im Erdgeschoss des Deutschen Architekturmuseums angesehen habe, begebe ich mich in das erste Obergeschoss.
Als Besucher merkt man schnell, dass die beiden Ausstellungen einiges miteinander zu tun haben. Im Hinterkopf habe ich zum Beispiel noch die Dachgärten auf den charakteristischen Zinkdächern von Paris.
Hier nun der Einstieg in das Thema Einfamilienhaus über die hemmungslose Siedlungspolitik der USA, die insbesondere in der Nachkriegszeit, mitgetragen von der Zeitschrift SCHÖNER WOHNEN, auch in der Bundesrepublik ihre Spuren hinterlassen hat.
Das freistehende Einfamilienhaus ist bis heute eine Traumvorstellung von vielen Menschen, die sich allerdings nur noch die wohlhabendsten erfüllen können.
Im Gegensatz zu den USA ist unsere Siedlungsfläche deutlich stärker limitiert. Aufgrund fehlenden Wohnraums in den Ballungsräumen selbst, sind wir zunehmend in der Pflicht, nachzuverdichten, wo es nur geht.
Der Leerstand von bisher gewerblich genutzten größeren innerstädtischen Immobilien bietet hier vielleicht Chancen, sei es durch Umbau oder Abriss.
Auch das freistehende Einfamilienhaus bietet Möglichkeiten der Anpassung und Erweiterung, doch sind diese eher begrenzt. Diese Modifikationen kommen zudem meist erst dann zum Tragen, wenn die ursprünglichen Eigentümer ausgezogen sind und so die Immobilie frei machen.
Der Regelfall ist die mehrköpfige Familie, die dieses Haus einmal genutzt hat. Nach Auszug der Kinder leben dort – auf möglicherweise viel zu großer Fläche – noch die Eltern. Der nachhaltige Umbau des Gebäudes steht nicht an, weil die Kinder – z. B. aufgrund beruflicher und privater Zwänge – ganz woanders wohnen.
Wir brauchen dennoch neben Wohnungsneubauten definitiv mehr (nach-) verdichtetes Wohnen, nicht nur in den Städten, sondern auch in SUBURBIA, den vielen Vororten.
Hier sind Gemeinden oft noch viel zu zögerlich, eine Bauleitplanung zu entwickeln, die dem Siedlungsdruck standhält und eben auch Reihenhaussiedlungen oder dem Geschosswohnungsbau in ausreichendem Umfang ermöglicht.
Das freistehende Einfamilienhaus oder die Doppelhaushälfte auf immer kleiner werdenden Grundstücken scheint noch immer die Vorzugsvariante zu sein.
Ein Umdenken ist nicht erst seit heute, sondern schon seit vielen Jahren erforderlich. Die nunmehr eingetretene Notsituation auf dem Wohnungsmarkt ist schließlich seit Jahrzehnten absehbar und kann niemanden überraschen.
Die Antwort der Immobilien- und Grundstücksbesitzer und der mit Planungshoheit versehenen Gemeinden war bisher allerdings überwiegend ein „Weiter so!“
Suburbia im DAM Frankfurt: Traum vom Eigenheim neu gedacht
Die Ausstellung „Suburbia. Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise“ im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main beleuchtet eines der prägendsten Wohnmodelle des 20. Jahrhunderts und fragt nach seiner Zukunft in Zeiten globaler Wohnraumknappheit. Die Schau ist leider nur noch bis zum 18. Oktober 2026 zu sehen.
Inhalt und Ansatz
Kuratorisch entwickelt wurde „Suburbia“ vom Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB) in Kooperation mit dem DAM, der Technischen Universität München sowie dem Mariann Steegmann Institut in Bremen.
Die Ausstellung spannt einen kulturgeschichtlichen Bogen von den Ursprüngen der US-amerikanischen Vorstädte über den deutschen Eigenheim-Boom der Wirtschaftswunderjahre bis zu künstlerischen und architektonischen Positionen, die die Ambivalenz des „eigenen Heims“ zwischen Verheißung und Ausschluss thematisieren.
Im Zentrum steht die These, dass das Einfamilienhaus mit Garten zwar als Inbegriff individuellen Glücks und sozialen Aufstiegs gilt, gleichzeitig aber auch zur Zersiedelung, sozialen Segregation und zur Verschärfung der Wohnungskrise beiträgt.
Die Schau zeigt dies anhand von Fotografien, Filmen, Literatur, historischem Material und Kunstprojekten, die sowohl die Faszination als auch die Schattenseiten suburbaner Lebenswelten sichtbar machen.
Lösungsansätze für die Gegenwart
Ein besonderer Fokus liegt auf konkreten architektonischen und städtebaulichen Strategien, wie bestehende Reihenhaussiedlungen und Einfamilienhausquartiere verdichtet und energetisch saniert werden können, ohne ihren Charakter vollständig zu zerstören.
Am Beispiel der Region Rhein-Main wird demonstriert, wie durch Aufstockungen, Anbauten und Nachverdichtung zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden kann – ein Ansatz, der gerade für wachsende Ballungsräume wie Frankfurt relevant ist.
„Suburbia“ bietet somit nicht nur eine historische Bestandsaufnahme, sondern auch Impulse für eine sozial gerechtere und ökologisch nachhaltigere Wohnzukunft.
Bilder (Impressionen) einer Ausstellung











































Pressetext
Über die Ausstellung
Der »American Way of Life« hat sein Ideal vom Einfamilienhaus in der Vorstadt international verbreitet. Mit saftigem Rasen, blauem Pool und Doppelgarage inszeniert es die Vorteile des Lebens im Speckgürtel der Großstadt.
Ein vermeintlich perfekter Ort, um die Kinder großzuziehen: grün, friedlich, ruhig und sicher. Das Einfamilienhaus ist die dort verbreitetste Wohnform und der architektonische Inbegriff der US-amerikanischen Lebensweise. Es spielt kaum eine Rolle, dass die Vorstädte von homogenen Gruppen bewohnt werden, von ständigem Autofahren abhängig sind, gesellschaftliche Ungleichheiten verstärken und Privilegien schützen. Der Traum der amerikanischen Suburbs ist wirkmächtig. Obwohl er immer wieder kritisiert wurde, wird er durch die aktuelle US-Politik wieder verstärkt.
Jahrzehntelang wirkten diese Wohnträume in Film, Literatur, Fernsehen und Werbung gleichermaßen faszinierend und befremdlich. Auch in Deutschland lebt etwa die Hälfte der Menschen im Eigenheim. Suburbia taucht ein in die (Bild-)Welten der US-amerikanischen Vorstadt und erzählt parallel eine Geschichte des Einfamilienhaus-Booms der deutschen Wirtschaftswunder-Jahre anhand der Zeitschrift Schöner Wohnen. Eine Bibliothek der Hefte der 1960er- und 1970er-Jahre lädt ein zum Blättern durch die Wohnwelten der bundesdeutschen Nachkriegszeit, ihre politischen Hintergründe, Familienideologien und Konsumwelten.
Doch vor dem Hintergrund von Wohnraummangel, Klimakrise und alternder Gesellschaft steht das Versprechen von Freiheit und Wohlstand in den Vorstädten in Frage. Wie sieht also die Zukunft des Einfamilienhauses aus? Häufig nur von ein oder zwei Personen bewohnt, birgt der Bestand ein enormes Potenzial. Durch Weiterbauen statt Abriss und kluge Transformation schlummert im Einfamilienhausbestand ein Ausweg aus der Wohnungskrise: Durch energetische Sanierung und gezielte Erweiterung der Wohnfläche könnte auch im Umfeld von Frankfurt am Main erheblicher und bitter benötigter neuer Wohnraum entstehen.
Suburbia ist eine Ausstellung vom Centre de Cultura Contemporània de Barcelona (CCCB) und dem Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Kooperation mit dem Forschungscluster our.house der TU München sowie mit einem Beitrag des Forschungsfeldes wohnen+/-ausstellen, Mariann Steegmann Institut, Kunst & Gender, Bremen. Die Wüstenrot Stiftung setzt sich seit langem für die Entwicklung von Zukunftsstrategien für das
Einfamilienhaus ein. Sie hat die Ausstellung im DAM ermöglicht und präsentiert hier ihre aktuellen, gemeinsam mit der HFT Stuttgart entwickelten Forschungsergebnisse.
Ausstellungsführungen
18.10.2026, 16:00 Uhr Finissage. Transfer in die Praxis
Ein Gespräch mit:
Christina Simon-Philipp, Verena Marie Loidl und Valerie Rehle von der HFT Stuttgart
Moderation: Jan Engelke (TU München)
Weitere Veranstaltungen werden zeitnah bekannt gegeben.
Impressum
SUBURBIA. Träume vom Eigenheim – Wege aus der Wohnungskrise
21. März 2026 – 18. Oktober 2026
im Deutschen Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main
- Direktor DAM: Peter Cachola Schmal
- Stellvertretende Direktorin DAM: Andrea Jürges
- Kurator:innen: Philipp Engel (CCCB), Jorun Jensen (DAM), Jan Engelke (TUM), Valerie Kronauer (TUM), Rosanna Umbach (MSI)
- Ausstellungsarchitektur und -gestaltung: Mario Lorenz (DESERVE)
- Modelle: Entwurfsstudios – 20%±X und Neues Umbauen 2 in 1 an der Professur für Entwerfen, Umbau und Denkmalpflege (Prof. Andreas Hild, TUM), unter Durchführung von Matthias Ackstaller, Stefan Gruhne, Valerie Kronauer, Simon Martini und Mascha Zach.
- Audio: Paula Stigler
- Banner: Rosanna Umbach
- Lektorat: Miriam Kremser
- Englische Übersetzung: Jeremy Gaines
- Produktion von Panels: inditec GmbH
- Einladungskarte, Plakat und Banner: Ammon Studio
- Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Brita Köhler, Anna Wegmann
- Kontakt Begleitprogramm: Jorun Jensen
- Bildung und Vermittlung: Confiyet Aydin, Nienke Wüst
- Haustechnik: Giancarlo Rossano, Roman Jurkevic, Daniel Sarvari
- Restauratorinnen: Bernadette Krist, Heike Schuler, Paula Argomedo Ruiz de Velasco
- Ausstellungsaufbau: Paul Robert Haas, Mustafa Köyneksi unter der Leitung von Daniel Sarvari
- Registrar: Wolfgang Welker
- Verwaltung: Victoria-Noelle Morhard, Inka Plechaty
- Empfang: Ieva Paegle
- Danksagung: Oliver Elser, Andreas Hild, Kathrin Heinz, Judit Carrera, Carlota Broggi, Katharina Ritter,
- Mascha Zach, Stefan Gruhne, Martha Knapp
Anschrift DAM
Schaumainkai 43
60596 Frankfurt am Main
T +49 (0)69 – 212 388 44
info.dam@stadt-frankfurt.de
www.dam-online.de
Anfahrt
U1, U2, U3, U8: Schweizer Platz
U4, U5: Willy-Brandt-Platz
Tram 15/16: Schweizer-/ Gartenstraße
Öffnungszeiten
Di, Do-So 11-18 Uhr
Mi 11-20 Uhr
Mo geschlossen
Sonderöffnungszeiten
An allen Feiertagen von 11-18 Uhr geöffnet
außer am 24. + 25 Dezember + 1. Januar (geschlossen)
DAM BIBLIOTHEK
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60596 Frankfurt am Main
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Die Bibliothek des DAM ist wochentags geöffnet. Die Nutzung ist nur nach Voranmeldung per E-Mail oder Telefon möglich.
DAM ARCHIV
Hedderichstraße 108–110
60596 Frankfurt am Main
T +49 (0)69 – 212 308 31
katja.leiskau@stadt-frankfurt.de
Das Archiv des DAM ist nicht allgemein zugänglich.
Tickets
Eintrittspreise Ausstellungen
12 Euro, ermäßigt 7 Euro
STADTPlus: 10 Euro, ermäßigt 7 EURO
Vorträge:
7 Euro, ermäßigt 4 EURO
Ermäßigten Eintritt zu den Ausstellungen erhalten:
- Schüler und Studierende ab 18 Jahren
- Auszubildende
- Arbeitslose
- Bundesfreiwilligendienstleistende
- Menschen mit Behinderung mit einem Grad der Behinderung (GdB) ab 50 %
- Inhaber der Frankfurt Card
- Gruppen ab 20 Personen
- FSJler – Freiwilliges Soziales Jahr
- FÖJler- Freiwilliges Ökologisches Jahr
- IJFD – Internationaler Jugendfreiwilligendienst
- Mitglieder des Frankfurter Stadt- und Gästeführervereins e.V.
Freien Eintritt zu den Ausstellungen erhalten:
- Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
- Studierende der Goethe-Universität, der Frankfurt University of Applied Sciences und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main
- Studierende der Frankfurt School of Finance & Management
- Mitglieder des Fördervereins
- Inhaber der DAM-Karte, der Museumsufer-Card und des Museumsufer-Tickets
- Mitglieder der AKH
- ICOM-Mitglieder
- Besucher aus den Partnerstädten
- notwendige Begleitpersonen für behinderte Menschen
- Inhaber/-innen der Ehrenamts-Card des Landes Hessen, der Juleica
- Für Inhaber des Frankfurt-Passes und Geflüchtete gilt ein ermäßigter Eintritt für Erwachsene von einem Euro.
- Jeweils gegen Vorlage eines entsprechenden Ausweises.
Sonderveranstaltungen wie Legobaustelle, Workshops, STADTplus-Abende und Vorträge sind von der Regelung für den kostenlosen Eintritt ausgenommen; Ermäßigungen sind teilweise möglich.
Lies den Bericht über die Ausstellung „W.I.M. – Im Lauf der Zeit„