GEN Z: SHAPING A NEW GAZE
Ausstellungslaufzeit: 9. Mai – 30. August 2026
Eröffnung: Freitag, 8. Mai 2026, 19 Uhr
Ausstellungsort: Fotografie Forum Frankfurt
Inhaltsverzeichnis
Nach dem Presserundgang (08.05.2026)
Die Ausstellung „Gen Z“ im Fotografie Forum Frankfurt widmet sich einer Generation, die oft beschrieben, aber selten aus sich selbst heraus verstanden wird.
Zwischen digitaler Selbstinszenierung, politischem Erwachen und einer tief verankerten Skepsis gegenüber etablierten Narrativen entfaltet sich hier ein visuelles Panorama junger fotografischer Positionen, das diese Generation weniger erklären als vielmehr erfahrbar machen will.
Schon beim Betreten der Ausstellungsräume wird deutlich, dass es den Kurator:innen nicht um eine homogene Bestandsaufnahme geht. Stattdessen begegnet man einer Vielzahl ästhetischer Strategien, die sich zwischen dokumentarischer Präzision, inszenierter Intimität und experimenteller Bildsprache bewegen.
„Gen Z“ ist kein geschlossenes Narrativ, sondern ein bewusst fragmentiertes Gefüge – ein Spiegel jener Generation, die in einer Welt permanenter Gleichzeitigkeit aufgewachsen ist.
Auffällig ist zunächst die starke Präsenz des Körpers als Ausdrucksmedium. Viele der gezeigten Arbeiten kreisen um Fragen von Identität, Gender und Zugehörigkeit. Dabei wird der eigene Körper nicht nur als Objekt, sondern als Projektionsfläche verstanden.
Anders als frühere fotografische Generationen, die oft eine klare Trennung zwischen Beobachter und Beobachtetem etablierten, arbeitet die Gen Z vielfach aus einer Innenperspektive heraus.
Die Kamera wird zum Werkzeug der Selbstbefragung. Dabei entsteht eine Bildsprache, die gleichzeitig verletzlich und kontrolliert wirkt: intim, aber nie naiv.
Ein weiteres zentrales Thema ist der Umgang mit digitaler Realität. Collagen und hybride Bildformen durchbrechen die klassische Vorstellung von Fotografie als statischem Medium.
Stattdessen entsteht ein fließender Übergang zwischen analoger Aufnahme und digitaler Bearbeitung – ein visuelles Kontinuum, das die Bedingungen unserer Gegenwart widerspiegelt.
Auch politische Themen sind präsent, jedoch selten in plakativer Form. Stattdessen äußern sie sich oft in subtilen, persönlichen Perspektiven.
Interessant ist dabei, wie stark sich viele der gezeigten Positionen gegen eindeutige Lesarten sperren. Die Bilder verweigern oft klare Botschaften und setzen stattdessen auf Mehrdeutigkeit.
Diese Offenheit kann zunächst irritierend wirken, erweist sich jedoch als produktiv: Sie zwingt den Betrachter, eigene Deutungen zu entwickeln und sich aktiv mit den Arbeiten auseinanderzusetzen.
In diesem Sinne ist „Gen Z“ weniger eine Ausstellung zum schnellen Konsum als vielmehr ein Raum der Verlangsamung und Reflexion, vor allem dann, wenn man erwachsenen Kinder hat, die nicht exakt in den Geburtszeitraum 1995 bis 2010 fallen.
Formal fällt die große Bandbreite der präsentierten Techniken auf. Neben klassischen fotografischen Prints finden sich Installationen, Videoarbeiten und multimediale Formate.
Diese Erweiterung des Mediums ist kein Selbstzweck, sondern Ausdruck eines erweiterten Bildbegriffs. Fotografie wird hier nicht als abgeschlossene Disziplin verstanden, sondern als offenes System, das sich ständig neu definiert.
Gerade in der Kombination unterschiedlicher Medien entstehen spannende Spannungsfelder, die den Blick immer wieder neu justieren.
Trotz dieser Vielfalt bleibt die Ausstellung erstaunlich kohärent.
Die einzelnen Arbeiten treten in einen Dialog, ohne sich gegenseitig zu überlagern. Es entstehen Resonanzräume, in denen Motive, Formen und Fragestellungen immer wieder neu aufgegriffen und variiert werden.
Gleichzeitig wirft „Gen Z“ auch Fragen auf. Inwieweit lässt sich eine Generation überhaupt über künstlerische Positionen definieren? Besteht nicht die Gefahr, individuelle Arbeiten vorschnell unter einem Label zu subsumieren? Die Ausstellung ist sich dieser Problematik bewusst und geht offensiv damit um.
Der Begriff „Gen Z“ fungiert hier weniger als feste Kategorie denn als offenes Denkmodell – als Einladung, über gemeinsame Erfahrungen und Unterschiede gleichermaßen nachzudenken.
Gerade darin liegt eine ihrer größten Stärken. Anstatt stereotype Zuschreibungen zu reproduzieren, zeigt die Ausstellung eine Generation in ihrer Widersprüchlichkeit. Zwischen Selbstbewusstsein und Unsicherheit, zwischen globaler Vernetzung und individueller Vereinzelung entsteht ein vielschichtiges Bild, das sich einfachen Antworten entzieht.
Für das Fotografie Forum Frankfurt bedeutet diese Ausstellung zugleich eine konsequente Weiterentwicklung des eigenen Programms.
Seit Jahren versteht sich das Haus als Ort, an dem aktuelle Strömungen der Fotografie nicht nur präsentiert, sondern auch kritisch reflektiert werden. „Gen Z“ fügt sich nahtlos in diese Linie ein und setzt zugleich neue Akzente, indem sie den Fokus konsequent auf junge Stimmen legt.
Am Ende bleibt der Eindruck einer Ausstellung, die weniger Antworten liefert als Fragen stellt – und gerade darin ihre Relevanz entfaltet.
„Gen Z“ ist ein offener Denkraum, der dazu einlädt, die visuelle Kultur der Gegenwart neu zu betrachten. Wer sich darauf einlässt, wird mit einer Vielzahl von Perspektiven konfrontiert, die nicht immer bequem sind, aber gerade deshalb lange nachwirken.
Die Generation Z ist, wenngleich sie natürlich dort auch vertreten ist, mehr als die Generation Instagram. In Zeiten, in denen die Gesellschaft auseinander zu fallen droht, ist diese Ausstellung eine Generationen übergreifende Einladung an alle, die sich für zeitgenössische Fotografie interessieren.
Zur Ausstellung ist auch eine kleine, sehr empfehlenswerte, Broschüre entstanden, die die jungen Künstler kurz porträtiert.

© Gerald Langer
Bilder einer Ausstellung (08.05.2026)













































Pressetext (08.05.2026)
Eine Generation, unzählige Perspektiven: Die Ausstellung Gen Z: Shaping a New Gaze gibt das Wort an junge Menschen, die mehrheitlich zwischen 1995 und 2010 geboren wurden — und die Welt, in der sie aufgewachsen sind, nicht einfach hinnehmen. Diese Generation hinterfragt Normen, bricht mit Konventionen und definiert ihren Platz in einer sich wandelnden Zeit. Die Gruppenausstellung im Fotografie Forum Frankfurt zeigt Werke von 40 Fotokünstler*innen aus 25 Ländern.
Mit persönlichen Erzählungen, pluralen Identitäten, neu definierten familiären Bindungen und einer sensiblen Auseinandersetzung mit Körper und Gender verflechten sich die Arbeiten der Künstler*innen zu einer vibrierenden kollektiven Energie — einem reichhaltigen Mosaik aus Erfahrungen, kulturellen Hintergründen und Perspektiven, in dem das Persönliche politisch wird.
Vier Themenbereiche
Gegliedert in vier Themenbereiche, bietet die Ausstellung eine Immersion in die aktuellen Fragestellungen, von denen diese Generation geprägt ist — einen einfühlsamen Einblick in die Sorgen und Sehnsüchte junger Menschen, die kreativ sind, Fragen stellen, Forderungen erheben und sich selbst neu erfinden.
In Kartografie einer Zugehörigkeit wird das Zuhause als komplexer Ort der Identität erkundet — Zufluchtsort und Spannungsfeld zugleich.
Realitäten im Wandel weitet den Blick auf eine Welt im Umbruch, die von politischen, klimatischen und sozialen Umwälzungen geprägt ist und in der auch das Konzept von Zuhause und Zugehörigkeit ins Wanken gerät. Es werden Themen wie Exil, Instabilität und Resilienz verhandelt.
Hinter dem Spiegel rückt den Körper ins Zentrum: Viele Kunstschaffende der Generation Z hinterfragen Gendernormen und Stereotypen, der Körper wird als Ort der Transformation erlebt und sichtbar gemacht.
In Die Sichtweise erweitern schließlich werden Fragestellungen zu den Themen Ethnizität, Geschichte und Kultur aufgegriffen. Kunstschaffende nehmen ihre Narrative selbst in die Hand und machen die Fotografie zum Werkzeug des Widerstands.
Das Fotografie Forum Frankfurt präsentiert erstmals in Deutschland Gen Z: Shaping a New Gaze. Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet, der die Werke der 66 Künstler*innen versammelt, die ursprünglich im Photo Elysée in Lausanne gezeigt wurden.
© FFF – Pressetext
Pressetext (24.04.2026)
Die Ausstellung GEN Z: SHAPING A NEW GAZE gibt das Wort an junge Menschen, die mehrheitlich zwischen 1995 und 2010 geboren wurden — und die Welt, in der sie aufgewachsen sind, nicht einfach hinnehmen.
Diese Generation hinterfragt Normen, bricht mit Konventionen und definiert ihren Platz in einer sich wandelnden Zeit.
Die Gruppenausstellung im Fotografie Forum Frankfurt zeigt Werke von 40 Fotokünstlerinnen aus 25 Ländern. Mit persönlichen Erzählungen, pluralen Identitäten, neu definierten familiären Bindungen und einer sensiblen Auseinandersetzung mit Körper und Gender verflechten sich die Arbeiten der Künstlerinnen zu einer vibrierenden kollektiven Energie — einem reichhaltigen Mosaik aus Erfahrungen, kulturellen Hintergründen und Perspektiven, in dem das Persönliche politisch wird.
Gegliedert in vier Themenbereiche, bietet die Ausstellung eine Immersion in die aktuellen Fragestellungen, von denen diese Generation geprägt ist — einen einfühlsamen Einblick in die Sorgen und Sehnsüchte junger Menschen, die kreativ sind, Fragen stellen, Forderungen erheben und sich selbst neu erfinden.
In Kartografie einer Zugehörigkeit wird das Zuhause als komplexer Ort der Identität erkundet — Zufluchtsort und Spannungsfeld zugleich. Realitäten im Wandel weitet den Blick auf eine Welt im Umbruch, die von politischen, klimatischen und sozialen Umwälzungen geprägt ist und in der auch das Konzept von Zuhause und Zugehörigkeit ins Wanken gerät.
Es werden Themen wie Exil, Instabilität und Resilienz verhandelt. Hinter dem Spiegel rückt den Körper ins Zentrum:
Viele Kunstschaffende der Generation Z hinterfragen Gendernormen und Stereotypen, der Körper wird als Ort der Transformation erlebt und sichtbar gemacht. In Die Sichtweise erweitern schließlich werden Fragestellungen zu den Themen Ethnizität, Geschichte und Kultur aufgegriffen. Kunstschaffende nehmen ihre Narrative selbst in die Hand und machen die Fotografie zum Werkzeug des Widerstands.
Das Fotografie Forum Frankfurt präsentiert erstmals in Deutschland GEN Z: SHAPING A NEW GAZE. Die Ausstellung wird von einem Katalog begleitet, der die Werke der 66 Künstler*innen versammelt, die ursprünglich im Photo Elysée in Lausanne gezeigt wurden.
Organisiert und produziert von Photo Elysée in Lausanne, kuratiert von Nathalie Herschdorfer, Hannah Pröbsting und Julie Dayer, wurde die Gruppenausstellung für das FFF unter kuratorischer Mitarbeit von Celina Lunsford und Andrea Horvay angepasst.
Damit setzen Photo Elysée nach der Ausstellungsreihe »reGeneration« und das Fotografie Forum Frankfurt mit »Photography Players« und »Recommended« ihr Engagement für aufstrebende Foto-Künstler*innen fort.
Ausgestellte Künstler:innen | GEN Z
Chloé Azzopardi (FR, 1994), Hidhir Badaruddin (SG, 1995), Daveed Baptiste (US, 1997), Sara Benabdallah (MA, 1995), River Claure (BO, 1997), Sara De Brito Faustino (PT/NL, 1999),
Florian Gatzweiler (DE, 1998) & Sascha Levin (DE, 2000), Toma Gerzha (RU, 2003), Mahalia Taje Giotto (CH/IT, 1992), Salomé Gomis-Trezise (FR/GB, 1999), Marvel Harris (NL, 1995),
Thembinkosi Hlatshwayo (ZA, 1993), Lorane Hochstätter (CH, 2001), Ben Hubert (GB, 2002), Francesca Hummler (US/DE, 1997), Matej Jurčević (HR, 1995), Lisa Karnadi (ID, 1997), Nur
Aishah Kenton (SG/GB, 1998), Ahmed Khirelsid (SD, 2001),
Phương Nguyên Lê (VN, 2002),Yunping Li (ES, 1998), Isabella Madrid (CO, 1999), Luna Mahoux (BE, 1996), Gabriela Marciniak (PL, 1996), Cheryl Mukherji (IN, 1995), Daniel Obasi (NG, 1993), Alice Pallot (FR, 1995), Laurence Philomène (CA, 1993),
Soyeohang Rai (IN, 2001), Carla Rossi (IT, 1999), Emma Sarpaniemi (FI, 1993), Fatimazohra Serri (MA, 1995), Suwa Shin (KR, 2000), Charlie Tallott (GB, 2000), Varvara Uhlik (UA, 1997), Farren van Wyk (NL/ZA, 1993), Ziyu Wang (CN, 1998), Noyan (CH/TR, 1999), Sophia Wilson (US, 2000).
Publikation | GEN Z
Begleitend zur Ausstellung ist ein Buch von Nathalie Herschdorfer im Verlag Textuel (Paris) mit einem Vorwort der Journalistin Salomé Saqué auf Französisch und auf Englisch erschienen. Die französische Ausgabe ist im FFF erhältlich (englisch derzeit vergriffen).
© FFF – Pressetext
Rahmenprogramm | GEN Z
SA/SO, 09./10.05., 10–17 Uhr WORKSHOP mit GEN Z-Fotokünstlerin FRANCESCA HUMMLER »MINDFUL SELF-PORTRAITURE: OBJECTS, ARCHIVES, AND IDENTITY«
SA, 09.05., 15 Uhr GALERIEGESPRÄCH mit anwesenden GEN Z-Künstler*innen, DR. HANNAH PRÖBSTING, Photo Elysée, sowie CELINA LUNSFORD und ANDREA HORVAY
FR, 29.05., 18 Uhr PODIUMSDISKUSSION »GEN Z: ART IN THE AGE OF AI« mit LORANE
HOCHSTÄTTER, ALINA FRIESKE, moderiert von ELINOR ZOË KARL, FFF Akademie-Assistentin
DI, 26.05., 23.06., 21.07., 18.08., 15 Uhr KURATORINNENFÜHRUNGEN mit CELINA LUNSFORD oder ANDREA HORVAY
Anschrift FFF
Fotografie Forum Frankfurt (FFF)
Braubachstraße 30–32
60311 Frankfurt am Main
Telefon +49 (0) 69 29 17 26
Telefax +49 (0) 69 28 639
E-Mail: contact@fffrankfurt.org
Öffnungszeiten und Eintritt
Öffentliche Führungen immer mittwochs, 17 Uhr
Öffnungszeiten Di–So 11–18 Uhr, Mo geschlossen
Eintritt regulär 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Fotografie Forum Frankfurt – Die Institution
Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) gehört zu den führenden eigenständigen Zentren für Fotografie in Europa. Als Ausstellungsort, Institution und Veranstaltungsforum vermittelt das FFF alle Aspekte von Fotografie. Seit der Gründung im Jahr 1984 wurden rund 300 Ausstellungen mit historischen und zeitgenössischen Positionen gezeigt. Das Programm der FFF AKADEMIE umfasst regelmäßige Workshops, Vorträge und Gespräche mit international renommierten Fotograf*innen, Künstler*innen und Expert*innen. Fotografie Forum Frankfurt ist Organisationspartner der internationale RAY Triennale der Fotografie, die in verschiedenen Ausstellungshäusern in Frankfurt/Rhein-Main stattfindet.
Fotografie Forum Frankfurt wird gefördert durch Förderkreis Fotografie Forum Frankfurt e.V., Stadt Frankfurt am Main, FUJIFILM Electronic Imaging Europe und Hauck, Aufhäuser, Lampe.
Weitere Infos unter www.fffrankfurt.org
Lies den Bericht über Martin Parr’s Ausstellung Grand Hotel Parr in Nürnberg