Tony Rizzi: WORK HARD, DON’T LIE, AND TRY NOT TO HURT ANYBODY
Ausstellungslaufzeit: 19. September – 17. Januar 2027
Eröffnung: Freitag, 18. September 2026, 19 Uhr
Ausstellungsort: Fotografie Forum Frankfurt
Inhaltsverzeichnis
Pressetext (24.06.2026)
»Now I begin my life in Frankfurt. I really like it here and feel like I should be here. I feel a protective person by me at all times…strange. WORK HARD, DON’T LIE AND TRY NOT TO HURT ANYBODY.«
Auszug aus Tony Rizzi’s Tagebuch (7. September 1985)
Dieses Zitat rahmt die bislang umfangreichste Ausstellung des renommierten US-amerikanischen Tänzers, Choreografen und Fotokünstlers Tony Rizzi, der seit 40 Jahren in Frankfurt lebt und arbeitet. 2025 wurde er vom Magazin TANZ in der jährlichen Kritikerumfrage zum besten Tänzer Europas nominiert.
Kuratiert von Prof. Celina Lunsford, künstlerische Leiterin des FFF, vereint die Schau frühe Schwarzweißfotografien, Polaroids, groß- und kleinformatige Foto-Collagen, Videos, sowie Rauminstallationen aus mehreren Jahrzehnten seines Schaffens.
Die Arbeiten von Tony Rizzi zeichnen sich durch einen mutigen und zugleich sensiblen Umgang mit dem Medium Fotografie aus. Seine Polaroid-Collagen schaffen einzigartige Tableaus über den Wandel der Zeit, den menschlichen Körper, Bewegung und Form – geprägt vom selben Arbeitsprinzip wie sein Tanz: Anpassungen der Wiederholung, der Impuls der Intuition, Technik und gelebte Erfahrung. Sowohl in Selbstporträts wie auch in ausdruckstarken und oft ironischen Aufnahmen von Familienmitgliedern, Liebhabern und Weggefährt*innen aus der Frankfurter Tanz- und Kulturszene erkundet er Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung.
Die Ausstellung umspannt damit Rizzis gesamtes fotografisches Schaffen bis heute: von frühen Schwarzweißfotografien aus 1980er Jahren, über seine charakteristischen Polaroid-Collagen bis hin zu großformatigen Montagen realisiert in verschiedenen Druckverfahren und Videoarbeiten, mit denen er seit 2025 neue Wege erprobt.
Tony Rizzis fotografische Begegnungen öffnen Räume für Erfahrungen, Intimität, Diversität und Empathie – und laden die Besucher*innen dazu ein, Lebensrealitäten jenseits normativer Zuschreibungen wahrzunehmen und neu zu betrachten. Nach seiner Ankunft in Frankfurt waren es die Fotografie und der Tanz, die ihm sowohl soziale Integration als auch emotionalen Selbstausdruck ermöglichten – über Sprachbarrieren hinweg.
Für das Projekt hat Celina Lunsford das über 10.000 Bilder umfassende Archiv des Künstlers intensiv erforscht und in enger Zusammenarbeit mit Tony Rizzi die Ausstellung konzipiert. Begleitend zur Ausstellung ist die erste Monografie des Künstlers in Planung.
Zur Person
Tony Rizzi, geboren 1965 in Dedham nahe Boston, erhielt seine Ausbildung an der Boston Ballet School, u. a. unter den legendären New York City Ballet-Tänzer*innen Violette Verdy und Bruce Wells. 1985 kam er nach Frankfurt, wo er bis 2003 als Tänzer und künstlerischer Assistent beim Ballett Frankfurt unter der künstlerischen Leitung von William Forsythe wirkte.
Parallel entwickelte er ein eigenständiges choreografisches Werk: 1995 schuf er gemeinsam mit Forsythe und Dana Caspersen „Firstext“ für das Royal Ballet London; weitere Choreografien entstanden u. a. für das Bayerische Staatsballett und das Gärtnerplatz Tanztheater München.
Von 1999 bis 2023 war er als Hauptdarsteller in zahlreichen Produktionen von Troubleyn / Jan Fabre tätig, darunter die 24-stündige Performance »Mount Olympus«. 2012 spielte er die junge Marina Abramović in Robert Wilsons »The Life and Death of Marina Abramović« auf internationaler Tournee.
Mit seiner eigenen Compagnie ›Tony Rizzi and the Bad Habits‹ entwickelt er seit 2000 eigene Tanzproduktionen, die regelmäßig am Mousonturm Frankfurt und am Gallus Theater uraufgeführt werden. Internationale Tourneen führten ihn u. a. nach Montreal, Wien, Tokio, New York und Oslo.
Seit Ende der 1980er Jahre ist Rizzi als Fotokünstler tätig. Seine Werke wurden u. a. im Frankfurter Kunstverein, in der Oper Frankfurt, im Mousonturm, im Kunstverein Hamburg, Platform Sarai, Frankfurt am Main, im MUMOK Wien, und im Mori Art Museum Tokio gezeigt und sind international in Sammlungen vertreten.
© FFF – Pressetext
Rahmenprogramm |
SA, 19.09., 15 Uhr GALERIERUNDGANG mit TONY RIZZI und CELINA LUNSFORD
SA/SO, 31.10./01.11., 10–14 Uhr WORKSHOP » STAGING MOVEMENT, STAGING
EXPRESSION: BODY LANGUAGE & MOVING IN FRONT OF THE CAMERA« mit TONY RIZZI
DI, 29.09., 15 Uhr KURATORINNENFÜHRUNG mit CELINA LUNSFORD
Workshop Highlights der FFF AKADEMIE
FR–MO, 24.–27.07., 10–17 Uhr MASTERCLASS WORKSHOP »VISUAL STORYTELLING AND THE INTERPLAY BETWEEN ARCHIVE AND CREATIVE PHOTOGRAPHY« mit NINA BERMAN
SA, 22.08., 28.11.2026 und 06.03., 05.06.2027, 10–17 Uhr MASTERCLASS »EVERYTHING BUT THE TRUTH« mit VIKTORIA BINSCHTOK
FR–MO, 25.–28.09., 10–17 Uhr MASTERCLASS WORKSHOP »SPECULATIVE DOCUMENTARY PHOTOGRAPHY« mit MAX PINCKERS
Anschrift FFF
Fotografie Forum Frankfurt (FFF)
Braubachstraße 30–32
60311 Frankfurt am Main
Telefon +49 (0) 69 29 17 26
Telefax +49 (0) 69 28 639
E-Mail: contact@fffrankfurt.org
Öffnungszeiten und Eintritt
Öffentliche Führungen immer mittwochs, 17 Uhr
Öffnungszeiten Di–So 11–18 Uhr, Mo geschlossen
Eintritt regulär 8 Euro, ermäßigt 5 Euro
Fotografie Forum Frankfurt – Die Institution
Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) gehört zu den führenden eigenständigen Zentren für Fotografie in Europa. Als Ausstellungsort, Institution und Veranstaltungsforum vermittelt das FFF alle Aspekte von Fotografie. Seit der Gründung im Jahr 1984 wurden rund 300 Ausstellungen mit historischen und zeitgenössischen Positionen gezeigt. Das Programm der FFF AKADEMIE umfasst regelmäßige Workshops, Vorträge und Gespräche mit international renommierten Fotograf*innen, Künstler*innen und Expert*innen. Fotografie Forum Frankfurt ist Organisationspartner der internationale RAY Triennale der Fotografie, die in verschiedenen Ausstellungshäusern in Frankfurt/Rhein-Main stattfindet.
Fotografie Forum Frankfurt wird gefördert durch Förderkreis Fotografie Forum Frankfurt e.V., Stadt Frankfurt am Main, FUJIFILM Electronic Imaging Europe und Hauck, Aufhäuser, Lampe.
Weitere Infos unter www.fffrankfurt.org
Lies den Bericht über Martin Parr’s Ausstellung Grand Hotel Parr in Nürnberg