World Press Photo 2018 – Ausstellung Kitzingen – 04/03/2019

Bericht ohne großartige Bildergalerie.
World Press Photo 2018
Ausstellung im Rathaushalle Kitzingen.
Datum: 04.03.2019
Kamera: iPhone XR


Alle Jahre wieder macht die Ausstellung WORLD PRESS PHOTO in Kitzingen Halt. Nicht immer finde ich die nötige Zeit, umvorbeizuschauen und die zum Teil wirklich großformatigen Fotos zu betrachten. Dies macht gegenüber den Veröffentlichungen in den Printmedien oder auch gegenüber der reinen Online-Publikation unglaublich viel aus, kann man häufig gerade die technische Qualität dieser erlesenen Fotos erst im “Ausdruck” richtig beurteilen. 

Auch die diesjährige Ausstellung überrascht durch technisch außerordentlich hochwertige Aufnahmen, darf man doch unterstellen, dass die meisten Fotos mit APS-C oder Vollformat-Sensor gemacht wurden und eben nicht mit mittelformatigem Studio-Equipment.

Insgesamt mehr als 4.500 Fotografinnen und Fotografen hatten mit mehr als 73.000 Fotos an dem weltweiten Wettbewerb teilgenommen. Die ausgezeichneten Fotos werden nun in einer Wanderausstellung, die am Ende in 45 Ländern Station gemacht haben wird, präsentiert.

Für das Jahr 2018 waren bei dem Wettbewerb um das Pressefoto des Jahres fünf Fotografen mit sechs Fotos zu aktuellen Ereignissen für den ersten Preis nominiert. Am Schluss wurden 42 Fotografen in acht verschiedenenen Kategorien ausgezeichnet.

Die Ausstellung ist regelmäßig ein Publikumsmagnet. Auch am – von mir ganz bewusst ausgesuchten – Rosenmontag haben sich um 14:00 allerdings so viele Besucher in der Rathaushalle eingefunden, dass ein möglichst störungsfreies Betrachten der Bilder nicht ganz einfach ist. Man möchte beim Herantreten an das Bild und beim Lesen der knappen Begleittexte in der Seitenleiste ja selbst auch niemanden stören.

Im Untergeschoss werden die Bilder präsentiert, die auf den Betrachter besonders verstörend wirken könnten. Hier werden harte, zum Teil entsprechend prämierte Fotografien präsentiert, die für mich den Sinn von professioneller Reportage- oder Dokumentationsfotografie zumindest in Frage stellen.

Welchen Mitteilungswert hat ein Bild des Fotografen Toby Melville, das die beim Anschlag in London (22.03.2017) US-Touristin Melissa Cochran zeigt, der von einer Passantin geholfen wird und die ihren Mann Kurt bei der Amokfahrt auf der Westminster Bridge verloren hat?

Für mich ist das kein Bild, das irgendetwas in der Welt verändern wird. Es stillt sicherlich auf seine voyeuristische Art und Weise die Sensationsgier derjenigen, die  – Gott sei Dank – nicht dabei waren und ansonsten die Arbeit der Rettungskräfte erschwert hätten.

Auch der erste Preis irritiert.

Es zeigt einen rennenden jungen Mann mit Gasmaske, dessen Oberkörper in Flammen steht. Der venezolanische Demonstrant heißt José Víctor Salazar Balza, Er fing während des Protests gegen Präsident Nicolás Maduro in Caracas Feuer. Der Tank eines Motorrades war zuvor explodiert. Der Fotograf Ronaldo Schemidt stammt selbst aus Venezuela, lebt allerdings seit Jahren in Mexico.

Unglaublich stark finde ich indes die Serie der Porträtaufnahmen von Adam Ferguson.

Sie zeigen Mädchen mit verdeckten Gesichtern, unter anderem die 14-jährige Aisha, die in Nigeria von der Terrorgruppe Boko Haram entführt wurde, welche sie zu einem Selbstmordanschlag zwingen wollte. Das Mädchen konnte jedoch, wie die anderen gezeigten auch, entkommen.

Die verdeckten Gesichter zollen den missbrauchten jungen Frauen den nötigen Respekt und setzen beim Betrachter die ausreichend verstörende Fantasie frei, wie es hinter der Fassade dieser geschundenen Seelen wohl aussehen mag.

Zusammen mit dem Bild des weinenden Jungen von Kevin Frayer – ein vielleicht acht- bis zehnjähriger Junge, der auf einen LKW klettert, von dem aus Hilfsgüter verteilt werden, nur  eines der überlebenden Opfer der Angriffe auf die Dörfer von Rohingya-Muslimen in Myanmar – sind das die mich am stärksten betroffen machenden Bilder der insgesamt durchaus sehenswerten Ausstellung.

Die WORLD PRESS PHOTO 2018 Ausstellung in Kitzingen läuft noch bis zum 9. März 2019.

Am 8. März 2019 um 19:00 findet in der Alten Synagoge Kitzingen noch eine Begleitveranstaltung statt:

Europa – Herausforderung, Chance und Notwendigkeit

Ich selbst habe in der Ausstellung auch einzelne Fotos mit dem Smartphone gemacht, veröffentliche diese aber lieber nicht, um so vermeidbaren urheberrechtlichen Diskussionen aus dem Wege zu gehen.

Das Fotografieren ist an keiner Stelle der Ausstellung ausdrücklich verboten worden und somit – zumindest für den Privatgebrauch – grundsätzlich erlaubt.

Stattdessen verlinke ich hier auf die Website von WORLD PRESS PHOTO. Dort erfährt man alles Mögliche und kann die Bilder zudem in vernünftiger Qualität und ganz ohne Störung durch Ausstellungsbesucher betrachten!

© Gerald Langer



Hier die nächsten Stationen der WORLD PRESS PHOTO 2018 Ausstellung


© Gerald Langer (geraldlanger.de)

 

Die Kommentare sind geschlossen

Meta

Kategorien

Kontakt

Gerald Langer
Schwarze Äcker 10
97273 Kürnach
T. 0151/11137311
E-Mail: geraldlanger@me.com